Gewerkschaft "enttäuscht" - Schülerunion "schockiert"

15. Jänner 2009, 15:41
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Grüne zeigen sich erfreut: "Schmied rennt offene Türen ein" - VP-Bildungssprecher Amon über Alleingang "verwundert"

"Bei der Zentralmatura rennt Schmied bei den Grünen offene Türen ein", sagte Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen in einer Aussendung. Er forderte allerdings eine umfassende Informationsoffensive für die LehrerInnen. Verbesserungsbedarf sieht Walser bei der geplanten Evaluation. Ergebnisse der Bildungsstandards in der 8. Schulstufe sollten zu Weiterbildungsplanung der LehrerInnen herangezogen werden. "Die derzeitige anonymisierte Analyse ist halbherzig, weil keine unmittelbaren Konsequenzen aus den Ergebnissen gezogen werden".

Amon über Alleingang "verwundert"

Mit Verwunderung" reagierte Amon darauf, dass Unterrichtsministerin heute "im Alleingang" präsentiert hätte. Bei einem Treffen vor wenigen Tagen sei davon keine Rede gewesen. In den nächsten Tagen sei allerdings eine Besprechung der "Inhalte und die Zeitleiste für die Umsetzung des Regierungsprogramms geplant". Die Zentralmatura im schriftlichen Bereich sei für die ÖVP eine wichtige Garantie von Mindeststandards. Allerdings müssten auch die Lehrpläne entsprechend adaptiert werden; zuständig wären die Lehrplankommissionen. Amon trat außerdem dafür ein, dass "weiterhin die Möglichkeit gegeben sein muss, allfällig negative schriftliche Leistungen mündlich korrigieren zu können". Aus dem Unterrichtsministerium zeigte man sich dazu gegenüber der APA gesprächsbereit, dies sei "keine Fahnenfrage".

Matura "zu wenig anspruchsvoll"

"Enttäuscht" reagierte die AHS-Gewerkschaftsvorsitzende Eva Scholik auf Schmieds Pläne. Sie kritisierte, dass bei der schriftlichen Prüfung nicht nur - wie von der Gewerkschaft gefordert - ein Teil der Fragen, sondern alle zentral vorgegebenen werden sollen. Ohne Berücksichtigung der verschiedenen AHS-Typen könne man aber nur "Minimalwissen" abprüfen. Eine solche Matura sei "zu wenig anspruchsvoll", so Scholik zur APA.

Die AHS-Gewerkschaft sei nicht prinzipiell gegen eine zentrale Aufgabenstellung, betonte Scholik. Allerdings müssten die unterschiedlichen Schwerpunkte (Sprachen, Naturwissenschaften etc.) bei der Klausur bedacht werden. Die Lehrpläne seien nämlich so vage, dass nur die Grundkenntnisse überall gleich seien. "Für deren Abfrage begrüßen wir Standards." Die Zentralmatura müsse allerdings ihrer Meinung nach für alle Schulformen, die mit der Reifeprüfung abschließen, gelten.

Schülerunion "schockiert"

"Schockiert" zeigte sich die ÖVP-nahe Schülerunion über den Plan für eine zentrale Klausur mit identen Fragen. "Solange die Bildungsstandards nicht in ganz Österreich gleichgesetzt sind, wäre es fatal, allen Schülerinnen und Schülern zuzumuten, die gleiche Matura zu absolvieren" , sagte Bundesobmann Matthias Hansy in einer Aussendung. (APA/red/derStandard.at, 15. Jänner 2009)

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