Sägen an ORF-Sesseln ist ganz normal

15. Jänner 2009, 18:50
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ORF-Chef Wrabetz: "Macht klar, wie wichtig ORF für dieses Land ist"

ORF-Chef Alexander Wrabetz staunte Donnerstag bei einer Veranstaltung der Initiative Qualität im Journalismus, worüber sich Regierungsmitglieder, Landeshauptleute und Medien den Kopf zerbrechen: "Das Land befindet sich in der größten ökonomischen Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg, die Arbeitslosigkeit steigt dramatisch, die Auswirkungen auf den Finanzsektor sind nicht zur Gänze abzusehen. Aber was wird stark diskutiert? Welcher Direktor des ORF noch wie lange bleiben könnte."

Wrabetz kann dem grundsätzlich Positives abgewinnen: "Wenn viel über uns nachgedacht wird, ist klar, der ORF ist für dieses Land und seine Identität wichtig. Wirklich ein Problem für den ORF wird dann bestehen, wenn niemand mehr an den Sesseln der Geschäftsführung sägt. Dann sind wir nicht mehr so wichtig." Abseits von Ironie nennt Wrabetz das politisch-mediale Augenmerk auf den ORF "vollkommene Übergewichtung" seiner Bedeutung.

Sparprogramm

Zu seinem geplanten Sparprogramm für Österreichs größtes Medienunternehmen sagte Wrabetz: "Das ist leichter, wenn der Geschäftsführer Rückhalt des Stiftungsrats hat. Wenn nicht, wird er es trotzdem tun, aber schwieriger." 2012 soll der ORF (ohne Töchter) weniger als 2500 Angestellte haben. Der Stiftungsrat stimmt am 2. April über sein Konzept ab. (fid/DER STANDARD, Printausgabe, 16.1.2009)

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    "Ein Problem für den ORF wird dann bestehen, wenn niemand mehr am Sessel der Geschäftsführung sägt, denn dann sind wir nicht mehr so wichtig." ORF-Chef Wrabetz, hier bei der Auswahl einer Sitzgelegenheit.

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