Festnetz-Kundenschwund soll gebremst werden

15. Jänner 2009, 13:44
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Die Telekom Austria hat in den vergangenen fünf Jahren etwa 600.000 Festnetz-Kunden verloren

Im November und Dezember 2008 ist ihr dank des "Kombipakets" erstmals seit 12 Jahren ein Nettozuwachs bei den Anschlüssen gelungen. Auch wenn dieser Trend 2009 nicht fortgeschrieben werden wird und damit die Umsätze zurückgehen werden, will die TA den Kundenschwund weiter eindämmen, kündigte der neue TA-CEO Hannes Ametsreiter am Donnerstag vor Journalisten an. Das neue Datennetz "Next Generation Network" (NGN) will die TA notfalls auch ohne staatliche Finanzhilfe bauen. Noch fehlen aber die Rahmenbedingungen.

2008 habe die TA 97.600 (4 Prozent) Festnetz-Anschlüsse verloren, 2007 seien es noch 224.500 gewesen. Das Weihnachtsgeschäft im November habe einen leichten Zuwachs gebracht, im Dezember seien 2.580 Anschlüsse netto dazugekommen. Der Erfolg sei dem "Kombipaket" zu verdanken. Davon seien vergangenes Jahr 334.800 verkauft worden. Das darin enthaltene Mobiltelefonie-Angebot "aonMobil" hätten mit Jahresende etwa 199.500 Kunden genutzt (Ende 2007: 30.500). Auch die Entwicklung von "aonTV" sei mit einem Kundenzuwachs von über 200 Prozent sehr positiv verlaufen. Insgesamt habe die TA Ende des vergangenen Jahres 818.900 (plus 153.700) Breitband-Retail- und 66.800 (minus 18.600) Breitband-Wholesale-Kunden gehabt.

Kombipaket läuft aus

Das "Kombipaket" laufe am 20. Jänner aus. Einige Wochen danach will die TA ein neues Kombi-Produkt auf den Markt bringen. Im Geschäftskunden-Bereich werde es "in Kürze" ähnliche Angebote geben. Außerdem sei im Laufe des Jahres ein Produkt in Kooperation mit der Telekom-Tochter mobilkom geplant.

Trotz Kombi-Angebot müsse man davon ausgehen, dass die Sprachminuten weiter in den Mobilfunk-Bereich abwandern werden, so Ametsreiter. Diesem Trend wolle die TA mit neuen Produkten gegensteuern und langfristig bei den Kunden wieder wachsen. Nichtsdestotrotz werde "die schwierige Situation im Festnetz erhalten bleiben", so der neue Festnetz-Chef. Er findet es "ungerecht", dass das Festnetz angesichts seines geringen Anteils an der Sprachtelefonie weiterhin voll reguliert ist. "Wir dürfen nicht mal die Preise senken", monierte er am Rande der Pressekonferenz.

Hoffnung schnelles Internet

Die Hoffnung der TA liegt nun im schnellen Internet. Für etwa 52 Prozent aller österreichischen Haushalte stehe derzeit ADSL2+ zur Verfügung. Diese Zahl werde sich 2009 erhöhen.

Mit NGN will sich die TA in diesem Jahr "intensiv beschäftigen". Die TA sei startklar, allerdings habe der Regulator noch keine Richtlinien vorbereitet. Die TA wäre auch bereit, allein in die Infrastruktur zu investieren, wenn sie die Möglichkeit hat, das Geld zurückzuverdienen. In diesem Fall könne aber kein flächendeckender Ausbau passieren, so Ametsreiter. Wie viel der mehrere Jahre dauernde NGN-Bau in etwa kosten wird, sagte Ametsreiter nicht. Gespräche mit dem Regulator seien bereits im Gang.

In puncto des vor Weihnachten abgesagten Personalabbaus bei der TA bis 2010 gelte der Stand von Dezember. Auch Kurzarbeit sei "derzeit kein Diskussionspunkt im Unternehmen".(APA)

 

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