"Diese Saison ist ein Kampf"

15. Jänner 2009, 11:31
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Infekte und hartnäckige Rückenschmerzen prägten bisher den WM-Winter von Hermann Maier, der sich auch ernste Sorgen um einen Fuß macht

Wengen - Bei Hermann Maier läuft es im WM-Winter körperlich einfach nicht rund. Grippale Infekte und hartnäckige Rückenschmerzen sind ständige Begleiter des 36-Jährigen, im Vorfeld der Lauberhorn-Abfahrt am Samstag zwickt den Salzburger einmal mehr das Kreuz. "Diese Saison ist ein Kampf", meinte der Ski-Superstar in Wengen.

Beschwerden

Maier erklärte, dass die aktuellen Beschwerden eine weitere Folge seines schweren Motorradunfalls im Jahr 2001 sind. Damals hätte Maier beinahe seinen rechten Unterschenkel verloren. "Der Fuß wird nicht besser, sondern immer schlechter und steifer", berichtete Maier und ergänzte: "Mittlerweile ist das Sprunggelenk so eingeschränkt, dass es keine Dämpfung liefert. Und das schlägt sich in den Rückenschmerzen nieder."

Der Doppel-Olympiasieger 1998 ist der Meinung, dass der folgenschwere Unfall mit einem deutschen PKW-Fahrer in der Öffentlichkeit oft in Vergessenheit gerät. "Wahrscheinlich, weil meine Erfolge auch nach dem Unfall so groß waren." Eines steht für Maier auf jeden Fall fest: Ohne den Zwischenfall am 24. Jänner 2001 in der Nähe von Radstadt wäre er bereits längst in Pension.

"Wenn mir der germanische Kollege nicht in den Weg gekommen wäre, hätte ich schon lange aufgehört und Stenmark würde zu mir aufschauen", lief der "Herminator" im ÖSV-Mannschaftsquartier in Wengen zu verbaler Hochform auf. Die schwedische Skilegende Ingemar Stenmark ist mit 86 Erfolgen die Nummer eins der Weltcup-Geschichte, Maier folgt mit 54 Siegen auf Rang zwei.

"Ich darf nicht übertreiben"

Maier weiß, dass er vor allem aufgrund des Unfalls und aus Altersgründen gewissenhaft in seinen Körper hineinhorchen muss. "Ich muss sorgfältig und bewusst mit meinem Körper umgehen. Ich darf nicht übertreiben", betonte Maier.

Dass der Doppel-Weltmeister 1999 bezüglich der WM-Abfahrt in Val d'Isere schön langsam ein Topresultat brauchen könnte, lässt ihn völlig kalt. "An die WM denke ich noch überhaupt nicht. Ob ich derzeit einen Platz habe oder nicht, das ist mir völlig wurscht. Mein Ziel ist, die Leistung zu erbringen, die ich mir vorstelle und zu der ich in der sommerlichen Vorbereitung imstande gewesen bin."

Da Maier nicht aus dem Vollen schöpfen kann, ist es umso beeindruckender, dass er aktueller Leader im Super-G-Weltcup ist und am 30. November in Lake Louise bereits einen Saisonsieg gelandet hat. "Ich bin mit der Saison nicht unzufrieden. Im Super G läuft es sehr, sehr gut. In der Abfahrt geht es ein bisschen zäh dahin. Aber auch da gibt es Verhältnisse, bei denen bei mir so richtig die Post abgehen kann." (APA)

 

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