Kaufkraft geht heuer zurück

15. Jänner 2009, 10:29
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RegioData: Bisherige Wirtschaftskrisen hatten nur schwache Auswirkungen

Wien  - Die hohe Inflation und die Finanzkrise wirken sich negativ auf die Kaufkraft der Österreicher aus. 2008 hat die Teuerung die Kaufkraftzuwächse zum Großteil weggefressen und heuer werden aufgrund der Krise "leichte Verluste" erwartet, prognostizieren die Marktforscher von RegioData Research. Erst 2010 wird es vermutlich wieder Steigerungen von rund einem Prozent geben.

Die aktuelle Krise werde keine große Auswirkungen auf die Kaufkraft haben. Die bisherigen Krisen beziehungsweise Rezessionsphasen (Ölkrisen 1973/1979 sowie 1994 und 2001) haben im Durchschnitt jeweils nicht mehr als einen Prozent realen Kaufkraftverlust für maximal zwei Jahre bedeutet, so die Marktforscher.

Kurzfristige motivierte Maßnahmen oder "Wahlzuckerl" wirken sich laut RegioData ebenfalls kaum aus. Sie brächten vielleicht eine temporäre Umverteilung zwischen den Berufsgruppen und Empfängern, aber insgesamt gesehen, bleibe die Wirkung auf die Gesamtkaufkraft "sehr bescheiden".

Langfristig betrachtet zeige sich aber, dass die Kaufkraft der Einwohner steige. Dies geschehe zwar nicht rasch - und teilweise durch Krisen- und Rezessionsphasen gebremst - aber stetig.

Pensionisten in Konsumlaune

In den vergangenen Jahren zählten laut Studie die Pensionisten, Bauern und Beamten zu der Gruppe mit den höchsten Kaufkraftsteigerungen. Die Arbeiter und Angestellten in der Privatwirtschaft mussten hingegen leichte Verluste hinnehmen. Betroffen waren vor allem die mittleren Einkommen.

Die Selbstständigen verzeichneten in der Vergangenheit im Durchschnitt eine leichte Kaufkraftsteigerung. Allerdings steige am unteren Ende der Anteil jener an, die durch die Selbstständigkeit in Konkurs schlittern. Am oberen Ende hingegen konnten die selbstständigen Ärzte und Apotheker die absolut deutlichsten Kaufkraftzuwächse der letzten Jahre verbuchen.

Im regionalen Vergleich werden die Kaufkraftunterschiede laut RegioData kleiner. Gewinner seien die Bewohner größere Städte, die, obwohl kaufkraftschwache Bevölkerungsgruppen zuziehen, die höchsten Steigerungen aufweisen. Verlierer seinen die Bewohner in kleinen, peripheren Gemeinden ohne Tourismus. Seit dem Jahr 2000 habe es eine günstige Entwicklung für Bregenz, Innsbruck und Klagenfurt gegeben, währen es eine schwache Kaufkraftentwicklung in Eisenstadt und St. Pölten gegeben hat. (APA)

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