Nudeldicke Teuerung in Österreich

15. Jänner 2009, 19:06
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Die Jahresinflation betrug im Vorjahr 3,2 Prozent - Lebensmittel blieben Preistreiber

Wien - Die sinkenden Kosten für Öl und Treibstoffe haben die Inflation mit Jahresende gebändigt. Noch im Sommer kratzte die Inflationsrate in ihrem Höhenflug knapp an der vier-Prozent-Grenze. Im Dezember fiel der Verbraucherpreisindex parallel zu den niedrigeren Ölpreisen auf 1,3 Prozent zurück. Übers Jahr gerechnet, belief sich die Inflation in Österreich auf 3,2 Prozent.

Teurer Lebensmittel

Empfindlich teurer wurden neben Treibstoffen die Lebensmittel, nämlich um 6,6 Prozent, zeigen Daten der Statistik Austria. Ausreißer nach oben waren Teigwaren mit einem Preisanstieg von 34 Prozent. Für Milchprodukte und Eier musste um beinahe zehn Prozent mehr bezahlt werden. Wohnung, Wasser und Energie schlugen sich mit einem Aufschlag von 2,7 Prozent im Vergleich zu 2007 zu Buche. Deutlich billiger zu haben war hingegen das Internet. Unter den Verlierern fanden sich Pensionisten: Die für sie gemessene Teuerung lag mit 3,4 Prozent leicht über dem Schnitt.

Für heuer rechnen Wirtschaftsforscher mit einer niedrigeren Inflation, Josef Baumgartner geht von 1,2 Prozent aus. Der Ölpreis sollte sich - nach der Hausse auf bis zu 150 Dollar je Barrel 2008 - in den kommenden zwei Jahren nur noch moderat erhöhen, glaubt der Wifo-Experte. Keine neuen saftigen Ausschläge nach oben werde es auch bei den Lebensmitteln geben: Seine Prognose liege bei einer Teu- erung von im Schnitt 1,5 bis zwei Prozent, sagt er zum Standard.

Langsames Wachstum

Der Blick auf die Kaufkraft der Österreicher zeigt langsames, doch stetes Wachstum. Die Inflation und Abgaben berücksichtigt, kann sich heute jeder im Schnitt um ein Viertel mehr leisten als noch vor 18 Jahren, belegt eine neue Studie von RegioData Research. Im Vorjahr habe die Teuerung die Zuwächse freilich überwiegend abgeschöpft.

Dass die aktuelle Krise die Kaufkraft massiv schwächt, bezweifelt der Marktforscher. Auch die bisherigen Phasen der Rezession hätten nicht mehr als einen realen Verlust von jeweils einem Prozent für maximal zwei Jahre gebracht.

Baumgartner erwartet anders als RegioData auch für heuer eine netto und real steigende Kaufkraft. Die jüngsten Lohnabschlüsse seien relativ gut gewesen, die Inflation sinke, und die Steuerreform werde die Haushalte entlasten. In der Eurozone lag die Inflation 2008 bei 3,3 Prozent. Die höchsten Werte gab es in Lettland und Bulgarien. (vk, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 16.1.2009)

 

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