Gordon Brown geht wieder auf Angela Merkel zu

14. Jänner 2009, 19:53
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Britischer Premier reist am Donnerstag nach Berlin

Berlin - Das Gesprächsthema ist klar: Wenn der britische Premier Gordon Brown an diesem Donnerstag zu seiner deutschen Amtskollegin Angela Merkel nach Berlin kommt, dann steht die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise im Mittelpunkt der Beratungen. In Berlin wertet man Browns Besuch jedoch auch als Schritt zur Verbesserung der Beziehungen.

Schließlich wurmt es Merkel immer noch, dass sie Anfang Dezember nicht zu einem EU-Mini-Gipfel zur Finanzkrise nach London eingeladen worden war. Brown hatte sich damals nur mit dem französischen Staatspräsidenten und damaligen EU-Ratspräsidenten Nicolas Sarkozy sowie EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso getroffen - während Merkel in Brüssel als "Madame No" verspottet wurde, weil sie zusätzliche Konjunkturhilfen für Deutschland zunächst nur zögerlich anging.

Auch am Mittwoch schaute Brown zunächst bei Sarkozy in Paris vorbei, bevor er sich zu Merkel auf den Weg nach Berlin machte. Die Kanzlerin kann nun ja schon das zweite Konjunkturpaket vorweisen. 50 Milliarden schwer ist es, vom Kabinett wurde es am Mittwoch beschlossen. Dass sich der Staat jetzt in der Krise derart spendabel gibt, wird jedoch langfristige Auswirkungen auf die Finanzpolitik haben. Die eigentlich für nach der Wahl 2009 angepeilte, große Steuerreform könne man sich in den nächsten zehn Jahren abschminken, räumt Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) ein. Dafür sei kein Geld mehr vorhanden. (bau/DER STANDARD, Printausgabe, 15.1.2009)

 

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