Experiment zur Düngung antarktischer Gewässer gestoppt

14. Jänner 2009, 17:16
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Projekt zur Auslösung stieß auf Kritik - 20 Tonnen Eisensulfat sollen künstliche Algenblüte auslösen

Bremen/Bremerhaven - Ein geplantes Experiment mit Eisensulfat-Dünger im antarktischen Ozean ist bei Meeresschützern auf scharfe Kritik gestoßen. Die Aktionskonferenz Nordsee in Bremen in Deutschland forderte am Dienstag einen Abbruch des Versuches, den deutsche und indische Wissenschafter auf dem deutschen Forschungseisbrecher "Polarstern" durchführen wollten. Vorerst wurde das Projekt nun gestoppt - eine unabhänige Untersuchung soll klären, ob das Experiment unter ökologisch sicheren Bedingungen ablaufen kann.

Unter Beteiligung des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) sollten in einem Großversuch 20 Tonnen Eisensulfat im Südatlantik ausgebracht werden, um eine künstliche Algenblüte auszulösen.  Auf diese Weise hoffen die Forscher, mehr klimaschädliches CO2 im Ozean binden zu können, erlärt der WWF, der den vorläufigen Abbruch des Experiments in einer Aussendung begrüßte. "Es darf keinen Klimaschutz um jeden Preis geben. Die Ozeandüngung ist ein erheblicher Eingriff in die Meeresökologie", erklärte Stephan Lutter vom WWF. Es sei zu befürchten, derartige Experimente könnten den Weg für großflächige Düngeprojekte mit erheblichen Nebenwirkungen ebnen: Arten könnten verdrängt und die Nahrungsketten im Ozean verändert werden. Das chemische Gleichgewicht mancher Meeresregionen könnte kippen.

"Bevor es keine klaren internationalen Regeln für Algen-Großversuche und andere Formen des sogenannten 'Geo-Engineering' gibt, müssen alle Staaten auf Großversuche auf See verzichten", fordert Lutter. Das AWI, wo man sich von der Protestwelle überrascht zeigte, hofft hingegen, dass die Untersuchung binnen zehn Tagen abgeschlossen sein könnte und es dann grünes Licht für das LOHAFEX benannte Experiment gibt.  (red)

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