Hahn kündigt Plus im zweistelligen Prozentbereich an

14. Jänner 2009, 15:10
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Steigerung in ähnlicher Höhe "wie beim letzten Mal" - Aber jährliche Hypothek von sieben Prozent wegen Studiengebühren

Wien - Eine "deutliche Steigerungsrate" im zweistelligen Prozentbereich kündigte Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) beim Uni-Budget an. "Ich glaube nicht, dass Sie nach den Budgetverhandlungen eine Messe für mich lesen lassen, aber ich gehe davon aus, dass das Budget bei kritisch-positiver Würdigung im Rahmen der vorgegebenen Möglichkeiten zufriedenstellend sein wird", sagte Hahn Dienstagabend beim Neujahrs-Empfang der Universitätenkonferenz (uniko) in Wien.

Hahn: "Man muss zufrieden sein"

Die Steigerung werde in ähnlicher Höhe "wie beim letzten Mal" ausfallen, meinte Hahn, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Laut Statistischem Taschenbuch des Wissenschaftsministeriums ist das Hochschulbudget von 2006 auf 2007 um 15,7 Prozent gestiegen. "Unter den gegebenen Rahmenbedingungen muss man zufrieden sein", sagte Hahn, die Steigerung erfolge in Zeiten, in denen alle anderen zusammengestrichen würden.

Allerdings gab Hahn zu bedenken, dass "wir mit einer jährlichen Hypothek von sieben Prozent des Uni-Budgets starten". Der Minister meinte damit die 150 Mio. Euro jährlich, die den Unis durch die weitreichenden Ausnahmebestimmungen bei den Studiengebühren entgingen. Das müsse einmal ausgeglichen werden.

Ausbau berufsbegleitender Studien

Der Chef der Universitätenkonferenz (uniko) Christoph Badelt betonte, dass es den Unis nicht um das Geld gehe, sondern darum, große Themen wie einen Ausbau der Studienplätze, die Förderung der Spitzenforschung oder die Verbesserung der Infrastruktur zu finanzieren. Zu bedenken gab er, dass eine Budgetsteigerung im Uni-Bereich - aufgrund der dreijährigen Leistungsvereinbarungen - über drei Jahre gehe und daher auf einzelne Jahre umgelegt nicht mehr so groß erscheine.

Hahn kündigte zudem an, die Akzeptanz des Bachelors als ersten vollwertigen akademischen Abschluss verbessern zu wollen. Es gehe darum, dass der Bachelor nicht nur zu einer Berufsbefähigung, sondern zu einer tatsächlichen beruflichen Tätigkeit führe. Derzeit würden neun von zehn Studenten gleich nach dem Bachelor- ein Masterstudium anschließen. Außerdem strebt Hahn den Ausbau berufsbegleitender Studien an den Unis an. Derzeit würden nur ein bis zwei Prozent der Uni-Studenten in dem Bereich studieren, in dem sie auch beruflich tätig seien. An den Fachhochschulen sei das dagegen ein Drittel.

Hahn lobte zudem die von zwölf Unis und Forschungseinrichtungen im Herbst gegründete "Agentur für wissenschaftliche Integrität". Er geht davon aus, dass alle, die noch nicht dabei sind, sich beteiligen. Eine derartige Einrichtung würde nur dann Sinn machen, wenn alle, die in der Wissenschaftsszene involviert seien, teilnehmen.

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