Coca-Cola kündigt 16 Werbeagenturen

14. Jänner 2009, 14:03
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Anstelle von 20 Unternehmen, die bislang für Coca-Cola geworben haben, sollen künftig lediglich vier verschiedene europäische Agenturen beschäftigt werden

Die Coca-Cola Company wird die Zahl der beauftragten Werbeagenturen in Europa drastisch kürzen. Anstelle von 20 Unternehmen, die bislang an der Bewerbung der roten Flagschiffmarke gearbeitet haben, sollen künftig lediglich vier verschiedene europäische Agenturen beschäftigt werden. Wie der britische "Guardian" berichtet, sind die geplanten Umstrukturierungen als Teil einer generell neuen Strategie des Megakonzerns zu sehen, die noch in diesem Monat realisiert werden soll. Wesentlichste Veränderung dabei ist die Gründung des sogenannten "Coke Red European Agency Netwoks", in dem die noch verbleibenden vier Werbeagenturen besser koordiniert zusammenarbeiten sollen.

Zentralisierung

"Wenn sich mit Coca-Cola einer der neben der Autowirtschaft größten Werbekunden Europas in Zukunft auf deutlich weniger Agenturen konzentrieren will, spiegelt das die gegenwärtige Marktentwicklung sehr gut wider", stellt Volker Nickel, Pressesprecher des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft (ZAW). In Zeiten, in denen der europäische Markt zunehmend enger zusammenwachse und es zudem zu einer Rechtsvereinheitlichung komme, mache es für ein global agierendes Unternehmen wie Coca-Cola durchaus Sinn, die Markenführung der eigenen Kommunikationspolitik zu zentralisieren. "Eine Reduktion der beschäftigten Werbeagenturen erscheint aus betriebswirtschaftlicher Perspektive logisch und kann unter Umständen auch eine Steigerung der Kosteneffizienz bringen", meint Nickel. Ein Sterben der Agenturen sei deshalb aber nicht zu befürchten.

Effizienzsteigerung

Die Steigerung der Effizienz wird auch in einem aktuellen Guardian-Bericht als einer der ausschlaggebenden Beweggründe für die Strukturveränderung bei den Werbeaktivitäten von Coca-Cola genannt. Aus Insiderkreisen wird aber auch der Wunsch nach einem "stärker ausgeprägten kreativen Denken" beim US-Softdrinkhersteller als mögliche Ursache für die neue Agenturstrategie angeführt. "Wir werden auch in Zukunft an der Weiterentwicklung unseres Agenturmodells arbeiten, um die verlockendste, effektivste und anpassungsfähigste Arbeit im Interesse unserer globalen Marken zu gewährleisten", erklärt ein Sprecher von Coca-Cola Europe gegenüber dem Guardian. Um dieses Ziel zu erreichen, sei es unter Umständen eben auch notwendig, nur mehr einige wenige Werbeagenturen für die Bewerbung der Hauptmarke einzusetzen. "Auf diese Weise wollen wir eine stärkere Zusammenarbeit unter den Agenturen schaffen und eine echte integrierte Marktkommunikation ermöglichen", betont der Coca-Cola-Sprecher.

Der Softdrinkhersteller müsse laut Nickel im Rahmen seiner neuen Werbestrategie aber unbedingt auf die großen länderspezifischen Unterschiede in Europa Rücksicht nehmen. "Wenn ein global agierender Konzern heute erfolgreich Werbung betreiben will, darf er die Unterschiede in der kulturellen Lebensrealität in den einzelnen Ländern keinesfalls außer Acht lassen. Die Zeiten, in denen eine einheitliche Werbekampagne für die ganze Welt eingesetzt worden ist, sind mittlerweile endgültig vorbei", so Nickel abschließend. (pte)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Coca Cola strukturiert die Werbung in Europa um.

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