2.300 Jugendliche machen "Lehre mit Matura"

14. Jänner 2009, 13:31
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"Berufsmatura" wird vom Bund gezahlt - Berufsreifeprüfung nach Lehrabschluss weiter möglich - Aus für B-Matura

Wien - Das Pilotprojekt "Berufsmatura", bei dem man sich parallel zur Lehre auf Bundeskosten auf die Matura vorbereiten kann, hat vier Monate nach dem Start 2.300 Teilnehmer. Bisher konnten Jugendliche erst nach Abschluss der Lehre eine Berufsreifeprüfung ablegen, die Kosten mussten sie selbst tragen. 10.000 Österreicher haben laut Unterrichtsministerium in den vergangenen zehn Jahren diese Möglichkeit genutzt, die auch künftig bestehenbleibt. Vor dem baldigen Aus steht indes die Beamtenaufstiegsprüfung (B-Matura), sie wird durch die Berufsreifeprüfung ersetzt.

Noch kein Start in der Steiermark

Bei der Berufsmatura können drei der vier Teilprüfungen (Deutsch, lebende Fremdsprache, Mathematik und ein Fachbereich aus dem jeweiligen Lehrberuf) bereits während der Lehre gemacht werden, die Abschlussprüfung mit Erreichen des 19. Lebensjahres. Die Vorbereitungskurse für die Berufsmatura haben schon im September 2008 bzw. im Burgenland mit Jänner 2009 begonnen. Ausnahme ist die Steiermark, wo noch keine "Trägerorganisation" eingesetzt ist, die für den Bund die Verwaltung der Mittel für Kurse, Kursunterlagen und Prüfungsgebühren übernimmt. Das zeigte die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage durch Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ).

In fast allen übrigen Bundesländern ist die Landesregierung für die Verteilung der Mittel an die Lehrgangsanbieter (Erwachsenenbildungseinrichtungen wie das Wirtschaftsförderungsinstitut WIFI oder die Volkshochschulen sowie weiterführenden Schulen wie Berufsschulen) zuständig. Nur in drei Bundesländern ging der Auftrag an Vereine: in Oberösterreich und Salzburg an eigens zu diesem Zweck gegründete Lehrlingsförderungsvereine und in Wien an den "Kultur- und Sportverein der Wiener Berufsschulen", der laut Stadt Wien seit den 1950ern Projekte im Berufsschulbereich betreibt. Geht es nach dem Unterrichtsministerium, sollen sich künftig 1.600 Lehrlinge pro Jahrgang durch die Berufsmatura weiterqualifizieren. Erwartete Kosten für den Bund: 9,6 Millionen Euro pro Jahr.

Übergangsfrist für B-Matura

Mit 1.1.2009 offiziell ausgelaufen ist die sogenannte B-Matura, die ausschließlich der Weiterqualifikation von Beamten dient und auch nicht zu einem Studium berechtigt. Allerdings gilt eine Übergangsfrist bis Ende März, die laut Unterrichtsministerium bei großer Nachfrage auch verlängert werden könnte. Wer innerhalb dieser Frist die erste der insgesamt fünf Prüfungen der B-Matura absolviert, hat für die übrigen vier noch bis Ende 2013 Zeit. Alle, die diese Frist versäumen, müssen künftig die Berufsreifeprüfung absolvieren, um die - finanziell lohnende - dienstrechtliche Einstufung als "B-Beamter" (Beamter mit Maturaabschluss) zu erreichen. (APA)

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