Zauchensee-Training abgesagt

14. Jänner 2009, 13:15
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Wegen schlechter Sicht konnte nicht für Abfahrt geprobt werden

Zauchensee - Was ist, wenn nach wochenlangem Winter-Prachtwetter Schneefall und Nebel einsetzen? Dann steht ein Abfahrtsrennen vor der Tür! So ging in etwa der gängigste Witz unter den Skidamen am Mittwoch in Zauchensee, wo das erste Training für die Weltcup-Super-Kombi und Abfahrt am kommenden Wochenende wegen Nebel und Schneeregens abgesagt wurde. Auch wenn dadurch die wochenlange "Arbeitslosigkeit" für die Speed-Girls um einen weiteren Tag verlängert wurde und stattdessen Kartenspielen angesagt war: Für das Wochenende ist gutes Wetter vorhergesagt.

Erst die zweite Saisonabfahrt

Dann soll im Heimatort von Weltmeister Michael Walchhofer nicht nur am Samstag die Superkombi, sondern am Sonntag (11.15 Uhr) auch die Abfahrt wie geplant in Szene gehen. Es wäre - Mitte Jänner - die erst zweite Saisonabfahrt bei den Damen, nachdem die zweite von Lake Louise und jene von St. Moritz dem Schlechtwetter zum Opfer gefallen sind. Erstere wird kommende Woche in Cortina nachgeholt, die andere könnte Ende Februar bei der Weltcup-Premiere in Bansko (Bulgarien) gefahren werden.

"Das heiß, dass bei uns die Saison eigentlich jetzt erst so richtig los geht", freute sich die ebenfalls seit Wochen "arbeitslose" Götschl auf das erste Speedrennen seit dem Super-G vor fast einem Monat in St. Moritz. Götschl hat wie Maria Holaus und die anderen Speed-Kolleginnen gerade einmal drei Weltcup-Rennen in den Beinen. "Wie gut, dass wir endlich wieder was Schnelles fahren. Alle freuen sich drauf", blickt auch die 33-Jährige, die mittlerweile nur noch Speed-Bewerbe bestreitet, auf die kommenden Aufgaben in Zauchensee, Cortina, Tarvis, Bansko und Aare.

Tuning

Für Götschl und Holaus kam die lange Rennpause gar nicht so ungelegen. Denn die "Speed-Queen" aus der Steiermark nutzte nach dem verpatzten Saisonstart die Pause zum Feintuning ihrer Schuh-Abstimmung, Holaus lag wochenlang mit Grippe und schmerzenden Knien im Bett und hätte sonst die Verletztenliste im ÖSV-Damenteam noch länger gemacht.

Die Grippe ist aber überwunden, die in St. Moritz beleidigten Knie "zwicken" bei Österreichs "Vollgas-Marie" aber noch immer. Wer wie Holaus auf acht Verletzungen inklusive dreier Kreuzbandrisse zurückblickt und über hypermobile Gelenke verfügt, ist eben anfällig. Trotzdem will sich die Tirolerin weiterhin nicht bremsen lassen. "Wenn ich fahre, dann voll. Halbe Sachen gibt es bei mir nicht!"

Für Holaus kommt deshalb die 2.755 m lange Kälberloch-Piste gerade recht, ist es doch eine ihrer Lieblingspisten. Vom Gamskogel hat sie nicht nur bereits Europacup-Abfahrten gewonnen, sondern vor zwei Jahren - damals gewann Renate Götschl - als Vierte ein sensationelles Weltcup-Debüt gegeben.

"Die Strecke ist anspruchsvoll, hat Kurven und richtig g'scheite Sprünge. Eine der schönsten Abfahrten, die ich kenne", schwärmte die Zeitsoldatin aus Brixen im Thale. Obwohl sie sich selbst hier schon einmal schwer verletzt hat. 2002 fuhr sie als Siegerin einer Europacup-Abfahrt ins Ziel, stürzte dort und erlitt dabei einen Kreuzbandriss.

Vergangenen Jänner gewann Holaus dennoch in Cortina d'Ampezzo endlich ihr erstes Weltcuprennen, einen Super-G. Ohne ihre permanenten Verletzungen hätte sie wohl auch schon einmal die Abfahrtskugel geholt. So aber liegt die mit Marlies Schilds Bruder Josef liierte Tirolern nach der bisher einzigen Saison-Abfahrt hinter Siegerin Lindsey Vonn und der Italienerin Nadia Fanchini auf Platz fünf, gleichauf mit Landsfrau Andrea Fischbacher. "Speed-Queen" Götschl ist nur Zwölfte. (APA)

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