"Krise hat auch die Werbewirtschaft erreicht"

14. Jänner 2009, 12:17
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Werbe-Optimismus-Index: Jeder zweite Werbemanager kalkuliert Werberückgang in Österreich ein - Einzig positive Prognose betrifft den Onlinebereich

"Der Optimismus in der österreichischen Werbewirtschaft sinkt weiter. Die erwartete Entwicklung der Werbeaktivitäten zeigt eine deutliche Tendenz nach unten. 50,8 Prozent stellen sich darauf ein, dass die Werbeaktivitäten in Österreich in den nächsten zwölf Monaten abnehmen werden. Im Juli 2008 gingen nur 20,3 Prozent von sinkenden Werbeausgaben aus. Im Oktober 2008 waren es bereits 40,2 Prozent", fasst Peter Drössler, Obmann des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer Österreich, die Ergebnisse des aktuellen Werbe-Optimismus-Index zusammen.

 

Der Optimismus in der österreichischen Werbewirtschaft habe zum Jahresende einen neuen Tiefstand erreicht. Im Rahmen des Werbe-Optimismus-Index wurden rund 500 Auftraggeber, Agenturen und Medien online über ihre Einschätzung zur Entwicklung der Branchenkonjunktur befragt.

Verstärkter Verdrängungswettbewerb

"Wir gehen davon aus, dass das Wirtschaftsklima 2009 weiter labil bleibt", so Drössler. Auf die Werbebranche komme in den Geschäftsjahren 2009 und 2010 "eine verschärfte Marktsituation und ein verstärkter Verdrängungswettbewerb zu". Ein leichter Aufwärtstrend bei der Werbekonjunktur könnte im zweiten Halbjahr 2009 kommen, glauben die Werbeexperten.

Einzig positive Prognose betrifft den Onlinebereich

Die einzig positive Prognose betrifft den Onlinebereich. Fast 34 Prozent der Auftraggeber sind der Meinung, dass Online-Werbung auch im Krisenjahr 2009 wachsen wird, stabil dürfte der Bereich Direct Mail bleiben. Ansonsten dürfte sich in der Verteilung des Marketingbudgets nichts ändern. Mehr als 67 Prozent der Gelder fließen in die klassischen Medien, 27,7 Prozent gehen in den Printbereich. In punkto TV und Radio sei die Prognose für Privatsender optimistischer als jene für den ORF, so Drössler. Der Fachverbandsobmann appellierte an die Regierung, jetzt - wie lange versprochen - die Werbeabgabe abzuschaffen. Seiner Meinung nach wäre dies das geeignetste Mittel um mit Hilfe der Werbung die Wirtschaft wieder anzukurbeln. (APA/red)

  • v.l.n.r.: Thomas Schwabl (Geschäftsführer Marketagent.com), Peter Drössler, (Obmann des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation) und Markus Deutsch (Geschäftsführer des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation).
    foto: wko

    v.l.n.r.: Thomas Schwabl (Geschäftsführer Marketagent.com), Peter Drössler, (Obmann des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation) und Markus Deutsch (Geschäftsführer des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation).

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