Wiener Börse am Mittwoch schließt mit massiven Verlusten

14. Jänner 2009, 17:52
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Deutsche Bank-Milliardenverlust und sehr schwache US-Einzelhandelsumsätze sorgen für Aktienausverkauf

Wien - Die Wiener Börse hat die Sitzung am Mittwoch bei gutem Volumen mit massiven Verlusten beendet. Der ATX rutschte um 74,77 Punkte oder 4,27 Prozent auf 1.676,49 Einheiten ab. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 109 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 1.785 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr MEZ: Dow Jones/New York -3,03 Prozent, DAX/Frankfurt -4,62 Prozent, FTSE/London -5,46 Prozent und CAC-40/Paris -4,56 Prozent.

Ein Milliardenverlust bei der Deutschen Bank und sehr schwache US-Einzelhandelsdaten drückten europaweit deutlich auf das Kursniveau. Die heimische Aktienbörse ging damit bereits den fünften Tag in Folge mit klaren Kursabschlägen aus dem Handel. In den USA fiel das Minus im Einzelhandel im Dezember mehr als doppelt so hoch aus wie von Volkswirten befürchtet.

Die Deutsche Bank ist 2008 erstmals in ihrer Nachkriegsgeschichte in einem Gesamtjahr in die roten Zahlen abgestürzt. Allein im vierten Quartal seien nach Steuern 4,8 Mrd. Euro Verlust entstanden, teilte die größte deutsche Bank mit und belastete damit merklich die europäischen Finanztitel. In Wien verloren Erste Group-Papiere um 3,57 Prozent auf 13,50 Euro an Wert. Raiffeisen International gingen massiv um 7,13 Prozent auf 16,01 Euro zurück.

Voest sacken ab

Auch von voestalpine kamen negative Nachrichten und die Aktien brachen um 8,43 Prozent auf 14,56 Euro ein. Für rund 10 Prozent der 42.000 Mitarbeiter des voestalpine-Konzerns gilt in den kommenden Monaten Kurzarbeit, wurde bekannt. Die betroffene Belegschaf muss eine Bezugsverringerung von bis zu 10 Prozent hinnehmen.

OMV ermäßigten sich um 4,34 Prozent auf 18,75 Euro. Die Experten der Schweizer Großbank UBS haben ihr Kursziel für die Aktien der OMV von 24 auf 20 Euro gekürzt. Gleichzeitig bekräftigen die Experten ihr Anlagevotum "Neutral".

Der Aktienausverkauf ging zur Wochenmitte quer durch alle Branchen. Mehr als sechsprozentige Kursabschläge mussten jeweils Zumtobel, CA Immo Anlagen, BWT, Century Casinos, Vienna Insurance und Strabag hinnehmen. Die Verbund-Titel schrammten mit minus 5,94 Prozent auf 29,44 Euro nur knapp an der Sechsprozentmarke vorbei. Mit einem Kurseinbruch von 11,54 Prozent auf 11,50 Euro belegten UnternehmensInvest das untere Ende der Kursliste.

Gegen den allgemein negativen Trend konnten sich in der zweiten Reihe Agrana stemmen. Die Aktie des Zucker-, Stärke- und Fruchtkonzerns befestigte sich leicht um 0,14 Prozent auf 42,40 Euro. Bei Agrana geht es im 3. Quartal nach einem negativen ersten Halbjahr wieder aufwärts. Mit 27,5 Mio. Euro Ergebnis der Betriebstätigkeit (Ebit) wurde fast das Vorjahresergebnis erreicht.

Die zehn größten Kursgewinner

      1. EYBL INTERNATIONAL AG            +13,33 Prozent
2. RATH AG +7,65 Prozent
3. HEAD N.V. +2,17 Prozent
4. BWIN INT. ENTERT. AG +1,94 Prozent
5. MIBA AG VZ KAT. B +1,59 Prozent
6. CHRIST WATER TECHNOLOGY AG +1,09 Prozent
7. HTI HIGH TECH INDUSTRIES AG +1,01 Prozent
8. AT&S AUSTRIA TECH.&SYSTEMTECH. +0,30 Prozent
9. AGRANA BETEILIGUNGS-AG +0,14 Prozent
10. INTERCELL AG +0,12 Prozent

Die zehn größten Kursverlierer

      1. ATRIUM EUROP.REAL EST.LTD        -20,33 Prozent
2. UNTERNEHMENS INVEST AG -11,54 Prozent
3. VOESTALPINE AG -8,43 Prozent
4. ZUMTOBEL AG -7,95 Prozent
5. CA IMMOBILIEN ANLAGEN AG -7,21 Prozent
6. BWT AG -7,16 Prozent
7. RAIFFEISEN INT. BANK-HLDG AG -7,13 Prozent
8. CENTURY CASINOS INC -7,08 Prozent
9. VIENNA INSURANCE GROUP -6,34 Prozent
10. STRABAG SE -6,06 Prozent

(APA)

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