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Rustikales Anfetteln: Vergeltsgott!
Vor einigen Tagen habe ich einen jungen Herren sagen hören, er sei "recht angefettelt" von einer Party nach Hause gekommen. Gemeint war, dass er sich under the influence befand, wie die Engländer sagen, unter dem Einfluss einer möglicherweise etwas zu üppig dosierten Zufuhr von alkoholischen Getränken. Mir schien die Verwendung dieses angefettelt recht exzentrisch, da man normalerweise hierorts (in Wien) doch eher sagen würde, man sei (bei minderer Zufuhr) eingespritzt gewesen, habe einen Spitz gehabt oder sei (bei größerer Zufuhr) fett (nicht aber angefettelt) gewesen.
Das Wort ließ mir keine Ruhe, und ich begab mich auf eine kleine Google-Recherche, die aber leider nur magere Ergebnisse (knapp ein halbes Dutzend Treffer) zustande brachte. In der FAZ stand zu lesen, dass der Altpunker Tim V bei einem Konzert "rustikal angefettelt" gewesen sei; was allerdings mit rustikal angefettelt gemeint war, musste sich der Leser selbst zusammenreimen. Ansonsten tauchte das angefettelt im Zusammenhang von zwei Selbstbeschreibungen auf ("bin angefettelt von zu vielen Keks"; "vom Typ her bin ich eher lustig, jungenhaft, nicht dämlich, lese gern, bin groß, leicht angefettelt und habe volles Haupthaar"), wobei in beiden Fällen wohl gemeint war, dass die betreffenden Personen aufgrund von übergroßer Kalorienzufuhr den einen oder anderen Speckring angesetzt hatten.
Wie aber verhält es sich mit dem alkoholisch induzierten Angefettelt-Sein? Dazu blieb mir Google jede Antwort schuldig. Dieses schmerzliche Manko an Klarheit veranlasst mich wieder einmal dazu, die gütigen Leser um Hilfe und darum zu bitten, mir mitzuteilen, ob denn das Wort angefettelt in ihrem Wortschatz eine Rolle spielt, und wenn ja, welche. Vergeltsgott!
Von Christoph Winder
Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at
Sieben Jahre nachdem die ersten Einträge erschienen sind, stellt Christoph Winder sein Online-Projekt in der gewohnten Form ein
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... steht eine dicke fette Phrase
... die voifettn ist mir wohl bekannt, bei angfettelt denk ich dagegen eher an die fritteusische komponente, welche das gwand am morgen nach dem lokalbesuch verströmt ...als ich gestern nacht nach hause ging, war ich übrigens ziemlich angetüdelt ...
Möglicherweise schwankte der junge Herr bei der Beschreibung seines Zustands zwischen „angetrunken“ und „fett“. Bei so einem alkoholisch induzierten Tilt können einem schon die Buchstaben durcheinander geraten.
Dass er in diesem Zustand das Badezimmer angeferkelt hat, wollen wir nicht hoffen, aber es wäre vielleicht eine Erklärung für das abschließende „elt“.
:-) Sehr hübsch, das will ich mir merken!
Bin schon gespannt, ob ich es auch abrufen kann beim nächsten gegebenen Anlass.
Bericht folgt nach der kommenden Osterbock-Saison.
(Die sich aufdrängende Überschrift - Ostexpertin unterwegs - sollte ich lieber noch überdenken.)
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