Angefettelt

13. Jänner 2009, 22:51
  • Rustikales Anfetteln: Vergeltsgott!
    apa/epa/matthias schrader

    Rustikales Anfetteln: Vergeltsgott!

Unter dem Einfluss von Kalorien oder Alkohol

Vor einigen Tagen habe ich einen jungen Herren sagen hören, er sei "recht angefettelt" von einer Party nach Hause gekommen. Gemeint war, dass er sich under the influence befand, wie die Engländer sagen, unter dem Einfluss einer möglicherweise etwas zu üppig dosierten Zufuhr von alkoholischen Getränken. Mir schien die Verwendung dieses angefettelt recht exzentrisch, da man normalerweise hierorts (in Wien) doch eher sagen würde, man sei (bei minderer Zufuhr) eingespritzt gewesen, habe einen Spitz gehabt oder sei (bei größerer Zufuhr) fett (nicht aber angefettelt) gewesen.

Das Wort ließ mir keine Ruhe, und ich begab mich auf eine kleine Google-Recherche, die aber leider nur magere Ergebnisse (knapp ein halbes Dutzend  Treffer) zustande brachte.  In der FAZ stand zu lesen, dass der Altpunker Tim V bei einem Konzert "rustikal angefettelt" gewesen sei; was allerdings mit rustikal angefettelt gemeint war, musste sich der Leser selbst zusammenreimen. Ansonsten  tauchte das angefettelt im Zusammenhang von zwei Selbstbeschreibungen auf ("bin angefettelt von zu vielen Keks";  "vom Typ her bin ich eher lustig, jungenhaft, nicht dämlich, lese gern, bin groß, leicht angefettelt und habe volles Haupthaar"), wobei in beiden Fällen wohl gemeint war, dass die betreffenden Personen aufgrund von übergroßer Kalorienzufuhr den einen oder anderen Speckring angesetzt hatten.  

Wie aber verhält es sich mit dem alkoholisch induzierten Angefettelt-Sein? Dazu blieb mir Google jede Antwort schuldig. Dieses schmerzliche Manko an Klarheit veranlasst mich wieder einmal dazu, die gütigen Leser um Hilfe und darum zu bitten, mir mitzuteilen, ob denn das Wort angefettelt in ihrem Wortschatz eine Rolle spielt, und wenn ja, welche. Vergeltsgott!

Von Christoph Winder

Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at

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19 Postings
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das Zustand des Angefetteltseins auch eine Restfett'n?

restl-fettn

Müsste da bei dir nicht eher der von Poster zaunkönig weiter unten verwendete Begriff Voi-Fettn zutreffen?

Du hast mich...

so eben erheitert, Owi!
*g*

Klar. Die

Angefetteltrestfettn.

Fritten-Restöl

... die voifettn ist mir wohl bekannt, bei angfettelt denk ich dagegen eher an die fritteusische komponente, welche das gwand am morgen nach dem lokalbesuch verströmt ...als ich gestern nacht nach hause ging, war ich übrigens ziemlich angetüdelt ...

Zum Speckring aufgrund übergroßer Kalorienzufuhr spricht die Speckxpertin Folgendes:
Blad wird man nicht zwischen Weihnachten und Neujahr, sondern zwischen Neujahr und Weihnachten.

Möglicherweise schwankte der junge Herr bei der Beschreibung seines Zustands zwischen „angetrunken“ und „fett“. Bei so einem alkoholisch induzierten Tilt können einem schon die Buchstaben durcheinander geraten.
Dass er in diesem Zustand das Badezimmer angeferkelt hat, wollen wir nicht hoffen, aber es wäre vielleicht eine Erklärung für das abschließende „elt“.

Zwischen Angetrunken und Fett: Schöne verbale

Umsetzung der Schwankungsbreite.

Schwankungsbreite

:-) Sehr hübsch, das will ich mir merken!
Bin schon gespannt, ob ich es auch abrufen kann beim nächsten gegebenen Anlass.
Bericht folgt nach der kommenden Osterbock-Saison.
(Die sich aufdrängende Überschrift - Ostexpertin unterwegs - sollte ich lieber noch überdenken.)

Schwankungsbreite

.. trifft voll zu. Wenn das Schwanken allerdings in Hinstrahn ausartet, könnte man dafür eventuell auch den Begriff a-Marge verwenden.

A-Marge-Flugkörper?

Das trifft es ziemlich gut!
:-)))

Klingt

plausibel!

Formel 1

Hamilton wurde angevettelt.

...und das war ein Glock für ihn!
;-)

von der alten Vettel ...

in seattle, in seattle...

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