Damit Technik weiblicher wird

13. Jänner 2009, 20:49
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Die Initiative FEMtech versucht, das Thema "Gender" in die Technologieentwicklung zu bringen

Wie unterscheiden sich die Zugänge zur Technologieentwicklung bei Mann und Frau? Wie die Nutzungsverhalten? Gender-Fragen wurden hierzulande bisher ganz im Gegensatz zu den skandinavischen Ländern nicht als Innovationspotenzial in Forschung und Entwicklung erkannt. Das soll sich nun mit der ersten Ausschreibung der Programmlinie FEMtech FTI-Projekte ändern, für die noch bis 27. Jänner Projekte eingereicht werden können.

Ingrid Schrattenecker von der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik und Gertraud Oberzaucher vom Verkehrsministerium, zwei Initiatorinnen der Programmlinie, hoffen damit auf "mehr bedarfsgerechte Lösungen" für den Markt und auf "mehr Akzeptanz von Produkten und Technologien speziell für Frauen". Gefördert wird jedenfalls alles, was zum Thema passend aus angewandter Forschung, Technologie-, Produkt- und Prozessentwicklung und Grundlagenforschung kommt. Sowie Machbarkeits- und Benutzerfreundlichkeitsstudien, die konkret die Zielgruppe "Frauen" adressieren. Das Geld für das Programm kommt vom Verkehrsministerium. Maximal 200.000 Euro pro Projekt sollen fließen.

Start der FTI-Förderlinie war im Oktober 2008. Was nicht allein Grund dafür ist, dass Schrattenecker und Oberzaucher das vergangene Jahr als das aktivste seit Beginn von FEMtech bezeichnen. Neben der Gründung des Kompetenzzentrums wurde auch die erste Ausschreibung der Programmlinie Karrierewege abgewickelt.

Damit soll Studentinnen der Einstieg in technische und naturwissenschaftliche Berufe ermöglicht werden. In jedem Projekt kooperierte eine Ausbildungseinrichtung mit mehreren Unternehmen.

1,5 Millionen Euro werden vom Bund an insgesamt vier Projekte vergeben: Im Rahmen von "BOKUfirst" werden Studentinnen durch zusätzliche Qualifikationen auf eine berufliche Karriere in Forschung und Entwicklung vorbereitet. Chemie- und Verfahrenstechnikerinnen aus Graz werden im Projekt "ERFindERin" in die Forschungsabteilungen von Unternehmen wie Siemens, Infineon oder Sappi aufgenommen werden. "Finca" will in Linz, Wien und Graz ähnliches zum Thema Unternehmensgründungen bewirken, "WOMAN", ein Projekt von Steiermark und Kärnten, will Studentinnen auch durch persönliche Betreuung den Einstieg erleichtern.

In Deutschland läuft ein ganz ähnliches Programm: Während in Österreich das Geld in die Wirtschaft fließt, kommt es in Deutschland von der Wirtschaft, von Unternehmen, die an einem Engagement von Uni-Absolventinnen interessiert sind. (pi/STANDARD,Printausgabe, 14.1.2009)

 

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