Für die Naturwissenschaften werben

13. Jänner 2009, 20:01
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ÖAW-Kommission arbeitet historische Sammlungen auf - aber nicht nur

Vergangenen Montag wurde an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) die Autobiografie des Wiener Physikers Walter Thirring der Öffentlichkeit vorgestellt. Er lernte Albert Einstein noch persönlich kennen und arbeitete unter anderem mit Erwin Schrödinger zusammen, ist quasi Zeitzeuge der Physik-Geschichte (siehe Interview oben).

Neben dem Seifert-Verlag und der Österreichischen Zentralbibliothek für Physik beteiligte sich auch die Kommission für Geschichte der Naturwissenschaften, Mathematik und Medizin der ÖAW an der Präsentation des Buches. "Wir nutzen solche Anlässe, aber beispielsweise auch Jubiläen, um Vorträge oder Tagungen über bedeutende Persönlichkeiten aus den Naturwissenschaften zu veranstalten", erklärt Hermann Hunger einen Teilaspekt der Tätigkeit dieser seit 1961 existierenden Institution, deren Obmann er ist. Hunger betrachtet dies als eine Art Öffentlichkeitsarbeit und Werbung für die Naturwissenschaften: "Damit soll ihre Bedeutung im öffentlichen Bewusstsein gehalten werden."

Briefe an und von Marie Curie

Vergangenes Jahr etwa veranstaltete die Kommission ein Symposium über den Chemiker Carl Auer von Welsbach. Als Mitglied der European Society for the History of Science hielt sie im September 2008 einen zweitägigen Kongress in Wien ab, der sich der Vielfalt von "Denkrichtungen" in der europäischen Wissenschaftsgeschichte widmete.

Auch an den Schulen ist die Kommission aktiv. So entwickelte etwa die Wiener Physikerin und Mathematikern Hannelore Sexl mehrere Schulprojekte zur Auswirkung der Naturwissenschaften in Literatur, Malerei und Architektur oder zur Geschichte der Radioaktivität und Kernphysik.

Gerade was die frühe Radioaktivitätsforschung betrifft, verfügt die Kommission mit den Briefnachlässen des Radiuminstituts über herausragende historische Quellen: "Es wurden bereits zahlreiche Briefe von und an Marie Curie transkribiert und etwa in Krakau und Paris präsentiert", erzählt Hunger.

Neben dem Archiv des Radiuminstituts verwalten und erschließen die wissenschaftlichen Mitarbeiter die Sammlung des Geografen Erich Woldan, der im Laufe seines Lebens tausende von Büchern, Karten, Globen und andere Geographica erwarb und der Akademie hinterlassen hat. Sie wird seither systematisch katalogisiert und inhaltlich erfasst. (max/STANDARD,Printausgabe, 14.1.2009)

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