Stützen aus Berlin und Wien

13. Jänner 2009, 19:52
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Mit dem neuen Konjunkturpaket zieht Deutschland umfangmäßig ungefähr mit Österreich gleich. Bei der Steuerentlastung bleibt Berlin hinter den heimischen Vorgaben, überdies gilt sie erst ab Jahresmitte, während Wien die Steuern rückwirkend senkt. Trotz Anhebung des Grundfreibetrags auf 8004 Euro greift die Steuerpflicht in Deutschland weiterhin früher (in Österreich künftig ab 11.000 Euro). Einen stärkeren Akzent setzt Berlin bei den lohnabhängigen Abgaben, indem der Krankenkassenbeitrag von 15,5 auf 14,9 Prozent sinkt. Wien hat im Vorjahr lediglich die Arbeitslosenbeiträge für Niedrigverdiener gesenkt.

Umgekehrt sind die Förderungen für Familien in Österreich umfangreicher als in Deutschland, wo einmalig ein Kinderbonus von 100 Euro ausgeschüttet wird.

Beide Länder setzen auf öffentliche Investitionen, wobei Österreich auf Infrastruktur und Immobilien setzt. In Deutschland wird vorwiegend in Bildung investiert. Ebenso steht die Förderung von Kurzarbeit in beiden Staaten hoch im Kurs, um Freisetzungen zu vermeiden. Mehr unternimmt Berlin für die Industrie: Die Autohersteller werden mit einer "Umweltprämie" von 2500 Euro beim Kauf eines neuen Pkws gefördert; die Industrie kann Anleihen mit staatlicher Haftung begeben. (as/DER STANDARD, Printausgabe, 14.1.2009)

 

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