Sprungschanze statt Sporthalle

13. Jänner 2009, 17:48
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Wiener Bürgermeister will Skisprung-Fans in die Bundeshauptstadt locken, der Bau einer zweiten Sporthalle steht dagegen vor dem Aus

Wien - Bürgermeister Michael Häupl hat sich für die Errichtung einer Skisprung-Schanze in oder in der Nähe Wiens ausgesprochen. "Nicht nur angesichts der aktuellen, sondern aufgrund der langfristigen Attraktivität des Sports ist eine Schanze in oder um Wien sicherlich eine gute Idee", sagte Häupl der "Wiener Zeitung".

Vorbild Oslo

Er wies darauf hin, dass es schon jetzt in Ballungszentren einige Weltcup-Schanzen gibt - etwa in Innsbruck oder in Oslo. Häupl: "Das hat durch die Nähe zur Sportstätte natürlich hohe Attraktivität. So wie beim Weltcup am Semmering - da waren ja unfassbar viele Zuschauer." Detailpläne sowie Standortwünsche gäbe es aber noch nicht.

Keine Ski-Spektakel

Eine klare Absage erteilte Häupl hingegen Forderungen, Ski-Spektakel wie in Moskau auf Riesenrampen auch in Wien zu veranstalten: "Davon halte ich gar nichts. Wir haben rund um Wien so viele hervorragende Skiregionen - Semmering, Hochkar, Ötscher -, dass wir solche Dinge nicht brauchen."

Sporthalle vor dem Aus

Ebenfalls nicht zustande kommen könnte die geplante zweite Sporthalle für Wien. Obwohl Häupl vor rund einem Jahr den Bau einer 15.000 Zuschauer fassenden Mehrzweckhalle als fixiert angekündigt hatte, steht das Projekt nun vor dem Aus. Grund ist der erwartete Rückgang im Konferenztourismus angesichts der Wirtschaftskrise: "Die Auslastung der Halle müsste zu 75 Prozent durch Konferenzen gegeben sein. Dies scheint aus heutiger Sicht nicht gewährleistet", sagte Häupl der "Wiener Zeitung" und stellte Überlegungen an, die Albert-Schultz-Halle für die Vienna Capitals auszubauen. (APA/red) 

 

  • Modell einer neuen Cobenzl-Schanze mit 25.000 Zuschauerplätzen des Architekten Adolf Hoch aus Wien, das 1948 mit der Olympischen Goldmedaille ausgezeichnet wurde. Das Projekt wurde jedoch nie verwirklicht. Mehr zu den Wiener Skisprungschanzen.

    Modell einer neuen Cobenzl-Schanze mit 25.000 Zuschauerplätzen des Architekten Adolf Hoch aus Wien, das 1948 mit der Olympischen Goldmedaille ausgezeichnet wurde. Das Projekt wurde jedoch nie verwirklicht. Mehr zu den Wiener Skisprungschanzen.

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