Stahlkonzerne ThyssenKrupp und Salzgitter fahren Kurzarbeit

13. Jänner 2009, 14:18
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Hannover/Düsseldorf - Die größten deutschen Stahlkonzerne ThyssenKrupp und Salzgitter schicken wegen der eingebrochenen Nachfrage Mitarbeiter in Kurzarbeit. In einzelnen Teilbereichen werde es im Jänner und Februar Kurzarbeit geben, sagte ein Sprecher von Salzgitter am Dienstag. Details nannte er nicht. In der Stahlsparte von ThyssenKrupp sind dem Unternehmen zufolge bereits in einige hundert Mitarbeiter in Kurzarbeit, darunter im Duisburger Werk. Ab Februar sei dies flächendeckend für alle 20.000 Mitarbeiter von ThyssenKrupp Steel in Deutschland beschlossen worden.

Die Beschäftigten kämen an fünf Werktagen im Monat nicht zur Schicht, sagte ein Sprecher von ThyssenKrupp Steel. Die Regelung sei zunächst für den Februar beschlossen worden. Kurzarbeit muss von Monat zu Monat neu beantragt werden. ThyssenKrupp werde im Februar und März die Hochöfen weiter auf den niedrigsten Niveau fahren, das technisch möglich sei.

In den vergangenen Monaten war die Stahlnachfrage drastisch eingebrochen. Wichtige Kunden wie die Autoindustrie kämpfen mit einem Absatzschwund. Die Stahlhersteller kürzten daraufhin ihre Produktion.

Allein im Dezember ging die Rohstahlproduktion nach Zahlen des deutschen Statistischen Bundesamtes gegenüber dem Vorjahresmonat um fast 35 Prozent zurück.

Bisher hatte der Salzgitter-Konzern die sinkenden Bestellungen unter anderem mit dem Abbau von Urlaub und Überstunden, Arbeitszeitkonten oder Weiterbildungsmaßnahmen aufgefangen. Auch notwendige Reparaturarbeiten wurden vorgezogen. Über den Zeitraum der geplanten Kurzarbeit wollte sich der Sprecher nicht konkret äußern. "Wir denken im Moment nur in den Monaten Jänner und Februar." Was der Monat März bringe, bleibe abzuwarten. Er bestätigte aber frühere Aussagen des Managements, dass der Konzern im oder nach dem zweiten Quartal mit einer Erholung der Märkte rechne. (APA/Reutesr/dpa-AFX)

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