Begründer der "Tiefenökologie" gestorben

13. Jänner 2009, 14:02
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Der norwegische Philosoph schuf Grundlagen für ökologisches Denken, das dem Schutz des Planeten höchste Priorität zumaß

Oslo - Der norwegische Philosoph und engagierte Umweltschützer Arne Naess ist tot. Er starb am Montagabend im Alter von 96 Jahren, wie sein Verleger Erling Kagge in der Online-Ausgabe der Zeitung "Verdens Gang" am Dienstag mitteilte. Naess begründete 1973 mit der "Tiefenökologie" (Deep Ecology) ein ökologisches Denken, das dem Schutz des Planeten - der Umwelt, dem Erhalt von Öko-Systemen und den bedrohten Tiergattungen - höchste Priorität zumaß.

Nach Auffassung von Naess sind alle Lebewesen gleichwertig. Die Bewahrung des Planeten müsse auch mit Demonstrationen, notfalls sogar durch das Brechen von Gesetzen, erkämpft werden, forderte Naess.

Sechs Regeln für faire Debatten

Einfluss auf sein philosophisches Denken hatten insbesondere Baruch de Spinoza, Mahatma Gandhi und der Buddhismus. Außerdem entwickelte Naess sechs Regeln für faire sachbezogene Debatten ohne persönliche Attacken. Das schloss Protestaktionen nicht aus wie 1970 gegen den Bau eines Damms beim Wasserfall Mardalsfossen, dem größten Europas, als sich Demonstranten aneinanderketteten.

Mit 27 Jahren wurde Naess jüngster Professor an der Universität Oslo. Dort lehrte er von 1939 bis 1970. Als passionierter Bergsteiger führte er in den 1950er Jahren Expeditionen zum 7.708 Meter hohen Tirich Mir in Pakistan. Naess publizierte rund 30 Bücher und zahlreiche Artikel. Sein letztes Buch, gemeinsam mit Henrik B Tschudi verfasst, erschien im Jänner 2007 zum 95. Geburtstag des Denkers. Er wurde mit mehreren Auszeichnungen und Ehrendoktorwürden geehrt. (APA/dpa)

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    Arne Naess kämpfte für die Bewahrung des Planeten, für die man notfalls sogar das Gesetz brechen müsse, so der norwegische Philosoph und Umweltschütze.

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