Hormon stört Entwicklung gefährlicher Fadenwürmer

17. Jänner 2009, 10:56
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Tübinger Wissenschafter sehen neue Chancen für die Bekämpfung der Parasiten

Tübingen - Tübinger Wissenschafter entdeckten ein Hormon, das die Entwicklung einer Fadenwurmlarve zu einem Parasiten verhindert. Das Hormon könne im Labor leicht hergestellt werden und biete völlig neue Chancen für die Bekämpfung von Parasiten in der Medizin und der Landwirtschaft insbesondere in Entwicklungsländern, teilte das Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen mit.

Gefährliche Parasiten

Das Team um Ralf Sommer hat wenige Millimeter große Fadenwürmer (Nematoden) untersucht. Die Forscher fanden heraus, dass ein einziges Hormon dafür entscheidend ist, ob sich aus der Larve ein harmloser, freilebender oder ein parasitischer Wurm entwickelt. Unterschiedliche Arten der Parasiten nisten sich in Menschen, Tieren und Pflanzen ein und können schwere Krankheiten auslösen. Weltweit sterben pro Jahr allein 50.000 Menschen an einer Infektion mit sogenannten Hakenwürmern.

Bisher sei allerdings noch unklar, wie einem von Parasiten befallenen Tier oder Mensch das entscheidende Hormon verabreicht werden könnte, schreiben die Wissenschafter in der Fachzeitschrift "Current Biology" (Dienstag). (APA/red)

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