ORF hat im Jahr 2008 7,15 Mio. Euro investiert

13. Jänner 2009, 12:15
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Neue Spielfilme von Dornhelm und Seidl - Acht neue Filmprojekte werden mit 1,77 Mio. Euro gefördert

Wien - Mehr als sieben Millionen Euro (7.152.500) hat der ORF im Jahr 2008 für heimische Kinofilmproduktionen vergeben, teilte der Sender am Dienstag mit. In der letzten Sitzung der Gemeinsamen Kommission von ORF und Österreichischem Filminstitut (ÖFI) im Jahr 2008 wurde im Dezember die Unterstützung von acht neuen Filmprojekten in der Höhe von 1.769.000 Euro beschlossen. Weiters wurden die finanziellen Mittel für zwei bereits geförderte Dokumentarfilmproduktionen mit 45.000 Euro aufgestockt.

Im Zuge der ORF-Sparmaßnahmen kursierten im Dezember vergangenen Jahres Spekulationen, wonach der ORF sein Abkommen mit der österreichischen Filmwirtschaft stufenweise auslaufen lassen will, sollte der Sender auf sein Kerngeschäft herunterfahren müssen. Unter den acht neuen Filmen findet sich die jüngste Spielfilmarbeit von Robert Dornhelm, der das Schicksal des Juden Victor Kaufmann im Dritten Reich verfilmt. Unter dem Titel "Paradies" erzählt Regisseur und Produzent Ulrich Seidl episodenartig das Leben dreier Frauen und ihrer unterschiedlichen Reisen: "Paradies" handelt vom Sextourismus, der ersten Liebe und der Hingabe zu Gott. Der dritte Spielfilm heißt "Habermanns Mühle" und ist eine österreichisch-deutsch-tschechische Koproduktion. Der Film beschäftigt sich mit der Vertreibung im tschechoslowakischen Grenzgebiet und spiegelt das Leben im Sudetenland vor dem Hintergrund der Weltpolitik in den Jahren zwischen 1938 und 1946 wider. Das Drehbuch basiert auf einer wahren Geschichte.

Weiters fördert der ORF mit "Sisi Royal" eine Spieldoku von "Universum"-Filmer Kurt Mündl, die mit dem "zuckersüßen" Sisi-Bild der Marischka-Trilogie aufräumen will. Unter den geförderten Produktionen finden sich außerdem drei Dokus, nämlich "R.I.P., Requiescat in pace" von Filmemacherin Andrea Morgenthaler, "The Future's Past - Creating Cambodia" sowie "Die Evolution der Gewalt" von Fritz Ofner. Josef Dabernig produziert unter dem Titel "Herna" unter Verwendung eines Hörspiels einen Experimentalfilm. Der Film spiel im tschechischen Brünn, wo der Fahrer eines Kleinbusses Frau und Kind im Auto zurücklässt, um in einen kleinen Provinzspielsalon zu gehen. Während der Mann seiner Spielleidenschaft nachgeht, ist ein Dialog aus einem Hörspiel Pellandrinis zu vernehmen. (APA)

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