WHO: Desaströse Hygiene im Gazastreifen

13. Jänner 2009, 20:09
posten

Müllberge und keine Abwasserbehandlung, UN sieht größten Flüchtlingsstrom seit 1967

Tel Aviv / Gaza - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat angesichts der fortgesetzten Kämpfe sowie der schlechten Hygienebedingungen im Gazastreifen vor einem Ausbruch von Krankheiten gewarnt. Müll werde nicht mehr eingesammelt und die Abwasserbehandlung sei nicht mehr gesichert, teilte die WHO am Dienstag in Jerusalem mit.

Von 58 Gesundheitszentren der palästinensischen Gesundheitsbehörde in Gaza arbeiten den Angaben zufolge nur noch 30. Sieben von zehn chronisch Kranken hätten ihre Behandlung abbrechen müssen. Die meisten Impfprogramme hätten unter anderem wegen der Schließung von Kliniken sowie der eingeschränkten Bewegungsfreiheit unterbrochen werden müssen. Die Zahl jener Menschen, die vor den Kämpfen fliehen, steigt weiter an und geht nach UN-Angaben in die Zehntausende. Wie das UN-Büro zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) mitteilte, sind davon bisher mehr als 28.100 obdachlos gewordene Menschen in 36 Nothilfequartieren untergebracht worden. Nach UN-Angaben handelt es sich um den größten Flüchtlingsstrom im Gazastreifen seit dem Sechstagekrieg von 1967.

Trotz der von Israel genehmigten Hilfslieferungen hat sich laut UNO auch die Lebensmittelsituation nicht entspannt. In Gaza fehle es vor allem an Milch, Gefrierfleisch, Geflügel und Fisch. (dpa/DER STANDARD, Printausgabe, 14.1.2009)

 

Share if you care.