Auslandsgeschäft bremst Metro

13. Jänner 2009, 11:16
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Konjunkturschwäche und Währungsschwankungen als Hemmschuh - Real legt zu, Kaufhof setzt weniger um

Düsseldorf - Beim deutschen Handelsriesen Metro haben die Konjunkturabkühlung und die schwankenden Währungen Bremsspuren hinterlassen. Beim operativen Ergebnis (Ebit) ist Metro 2008 vor Sonderfaktoren am unteren Ende der ausgegebenen Spanne gelandet, die ein Wachstum von sechs bis acht Prozent vorgesehen hatte. Der Handelskonzern teilte am Dienstag mit, er erwarte eine "Steigerungsrate auf dem Niveau des Umsatzwachstums". Währungsturbulenzen eingeschlossen, kam der Konzern nach vorläufigen Zahlen auf Erlöse von 68 Mrd. Euro. Mit einem Plus von 5,9 Prozent blieb Metro knapp unter dem geplanten Wachstum über sechs Prozent. Ohne Währungseffekte wäre der Umsatz um 6,1 Prozent gestiegen.

"Die konjunkturellen Rahmenbedingungen haben sich im Verlauf des vierten Quartals weiter drastisch verschlechtert", erklärte Vorstandschef Eckhard Cordes. Die Kunden seien auf preiswertere Lebensmittel ausgewichen und hätten sich sonst zurückgehalten. Vor allem in Spanien und Italien sowie in der Wachstumsregion Osteuropa habe sich die Nachfrage im wichtigen vierten Quartal abgeschwächt. "Das Weihnachtsgeschäft in Deutschland hingegen zeigte alles in allem einen zufriedenstellenden Verlauf", sagte Cordes. Auf dem Heimatmarkt erzielte Metro im Schlussquartal ein Umsatzplus von 2,1 Prozent.

Am Markt kamen die Zahlen trotzdem gut an: Die Aktie lag im frühen Handel zeitweise vier Prozent im Plus. Cordes hatte die Erwartungen für 2008 mit einem Fragezeichen versehen, weil die Entwicklung schwer abzusehen sei. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Umsatz von 68,3 Mrd. Euro gerechnet. Eine Prognose für das neue Jahr hatte Cordes wegen der Finanzkrise abgelehnt und angekündigt, die Investitionen für 2009 auf zwei Mrd. Euro von mehr als 2,2 Mrd. Euro im vergangenen Jahr zu reduzieren. Nun legte Cordes einen drauf: Das Investitionsbudget werde auf maximal 1,6 Mrd. Euro eingedampft.

Spielräume schaffen

Dahinter steckt offenbar mehr als reiner Sparzwang: "Damit schaffen wir zusätzliche unternehmerische Spielräume. Deshalb bin ich überzeugt, dass wir auch 2009 unsere Wettbewerbsposition weiter stärken werden", sagte Cordes. Handelsexperten erwarten 2009 einige Pleiten in der Branche.

Metro hält sich trotz der aufziehenden Rezession besser als manche Konkurrenten. Der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart hatte eine Gewinnwarnung für das vierte Quartal 2008 ausgesprochen. Doch auch bei den Düsseldorfern zeigen sich Schwächen. In Osteuropa schwächte sich das Wachstum auf 6,6 Prozent ab von 18 Prozent im dritten Quartal. Die Schwäche in Italien und Spanien und das schwache britische Pfund führten in Westeuropa - außerhalb Deutschlands - zu einem Umsatzminus von 0,5 Prozent.

Die Zurückhaltung der Verbraucher und die Währungseffekte bekamen vor allem die Großverbrauchermärkte zu spüren, die auf vergleichbarer Fläche 2,4 Prozent Umsatz verloren, sowie die Elektronikhändler MediaMarkt und Saturn, die auf dieser Basis 1,7 Prozent einbüßten. Die anhaltende Nachfrage nach Unterhaltungselektronik bescherte ihnen in Deutschland jedoch ein Plus von 2,4 Prozent - Neueröffnungen nicht eingerechnet. Auch die Supermarktkette Real profitierte von ihrer großangelegten Werbekampagne und steigerte den Umsatz auf gleicher Fläche um gut ein Prozent. Die Kaufhof-Warenhäuser dämmten im Weihnachtsgeschäft ihren Erlösrückgang ein: Ihr Umsatz sank flächenbereinigt um 1,3 Prozent. (APA/Reuters)

 

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