Prozess wegen Devisenoptionen verloren

13. Jänner 2009, 10:46
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Das Institut kommt wegen der Devisenoptionsgeschäfte zunehmend in Bedrängnis, ein Unternehmer gewann in erster Instanz

Wien - Die Bank Austria kommt wegen ihrer Devisenoptionsgeschäfte zunehmend in Bedrängnis. In einem ersten Urteil gab das Handelsgericht Wien der Klage eines niederösterreichischen Unternehmens statt, das durch derartige Geschäfte mehr als 260.000 Euro verloren hat, berichtete das WirtschaftsBlatt am Dienstag. Laut Anwalt Lukas Aigner habe es das Gericht als erwiesen angesehen, dass es zu einer Fehlberatung gekommen sei. Die Bank Austria will gegen das Urteil, das noch nicht rechtskräftig ist, berufen, bestätigte ein Sprecher der APA. 12 weitere Verfahren sind anhängig.

"Hätte die Beklagte (die Bank, Anm.) die Klägerin vor Abschluss der Geschäfte über das Risiko und das Wesen der Devisenoptionsgeschäfte aufgeklärt, hätte die Klägerin niemals in die Geschäfte eingewilligt", heißt es laut "WirtschaftsBlatt" in dem erstinstanzlichen Urteil. Ein in dem Verfahren als Zeuge geladener Bankmitarbeiter habe ausgesagt, dass "die Risikobereitschaft und die Vermögensverhältnisse nicht überprüft worden seien, weil sie ohnehin bekannt wären". Die Risikobereitschaft sei bereits vorausgesetzt worden. Als die ersten Verluste anfielen, habe die Bank außerdem eine Verschleierungstaktik angewendet.

Zuversicht bei der Bank Austria

Die Bank Austria ist der Meinung, "dass wir alle gesetzlichen Informations- und Aufklärungspflichten eingehalten haben" und ist "zuversichtlich", in zweiter Instanz Recht zu bekommen, so der Sprecher. Hauptsächlich seien es Unternehmen und Gemeinden, die andere Geschäfte - typischerweise Fremdwährungskredite - mit Devisenoptionen absichern wollen. Auch Private sind betroffen.

Über das Volumen der Devisenoptionsgeschäfte wollte sich der Sprecher nicht äußern. Doch allein im nördlichen Niederösterreich, wo der Unternehmer, der nun gewonnen hat, tätig ist, sei Ende 2007 ein Betrag von rund 170 Mio. Euro ausgestanden, geht laut Zeitung aus einem bankinternen Papier hervor. Darin würden auch die Gefahren von möglichen Klagen - "insbesondere bei Konsumenten" - offen angesprochen.

Aigner hat laut "WirtschaftsBlatt" zwölf weitere Klagen von Unternehmern, Gemeinden und Privaten gegen die Bank Austria eingereicht. Die Gesamtsumme beläuft sich auf rund 25 Mio. Euro. Der Jurist rechne sich nach dem ersten Urteil vor allem bei Privaten "sehr gute Chancen" aus. (APA)

 

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