Tödliche Entbindung in Gmunden

13. Jänner 2009, 10:53
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Schwerer Behandlungsfehler laut Gutachter: Möglicher Gebärmutterriss wurde nicht einkalkuliert

Linz - Nach einer Entbindung im Landeskrankenhaus Gmunden in Oberösterreich, die für die Mutter  am 2.September 2008 tödlich endete, sieht der gynäkologische Gutachter Peter Husslein gravierende Behandlungsfehler. Der behandelnde Oberarzt hätte demnach unter Berücksichtigung aller Risikofaktoren einkalkulieren müssen, dass die Gebärmutter reißen könnte, so die gespag-Sprecherin Jutta Oberweger.

Oberarzt suspendiert

Die Suspendierung des Mediziners bleibt bis zum Ende des Strafverfahrens aufrecht. Danach werde die Disziplinarbehörde des Landes Oberösterreich entscheiden, was in dem Fall weiter zu tun ist, so Oberweger. Die gynäkologische Abteilung werde weiter interimistisch von Vöcklabruck aus geleitet, bis die Funktion neu besetzt ist.

Tödlicher Gebärmutterriss

Bei der 41-jährigen Patientin war während der Entbindung ihres vierten Kindes plötzlich zu gravierenden Problemen gekommen. Eine drohende Uterusruptur wurde von dem behandelnden Arzt nicht erkannt. Die Pinsdorferin ist während einer Notoperation infolge innerer Blutungen gestorben.

Die Uterusruptur stellt eine seltene, jedoch schwerwiegende Komplikation während einer Geburt dar. Besonders gefährdet ist eine vorgeschädigte Gebärmutter, die den hohen Belastungen einer Geburt schwerer gewachsen ist. Eine besonders behutsame Geburtsbegleitung ist hier zwingend. Der Einsatz von Wehenmitteln ist bei einem vorausgegangenen Kaiserschnitt verboten.

Dokumentation manipuliert

Zweieinhalb Wochen nach dem Tod der Frau überraschte die gespag mit der Meldung, dass die Krankengeschichte offenbar manipuliert worden sei. Zwei der involvierten Ärzte bestätigten das. Das Dienstverhältnis mit dem Primar wurde mit sofortiger Wirkung gelöst, der behandelnde Oberarzt suspendiert und ein Disziplinarverfahren eingeleitet. (APA/red)

 

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