Polanski-Opfer verlangt Einstellung von Verfahren

13. Jänner 2009, 09:11
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Regisseur hat ebenfalls Einstellung beantragt

Eine Amerikanerin, die von Roman Polanski als 13-Jährige sexuell missbraucht wurde, hat sich am Montag für eine Einstellung des Verfahrens gegen den Regisseur eingesetzt. Die jetzt 45 Jahre alte Samantha Geimer reichte einen entsprechenden Antrag vor Gericht in Los Angeles ein, berichtete der US-Sender CNN. Der Oscar- prämierte Filmemacher, der seit 1977 aus Angst vor einer Verhaftung nicht mehr in die USA gereist ist, hatte selbst im Dezember bei den Behörden beantragt, das anhängige Verfahren gegen ihn einzustellen.

Polanksi (75) hatte sich damals des Beischlafs mit dem Teenager schuldig bekannt, war aber vor der Urteilsverkündung aus den USA geflohen. Seine Anwälte sind der Ansicht, dass damalige Fehler des Richters und der Anklage die Einstellung des Verfahrens rechtfertigen. Polanksi ist mit der französischen Schauspielerin Emmanuelle Seigner verheiratet und lebt in Paris.

"Opfer der Staatsanwaltschaft"

Geimer, eine dreifache Mutter, die mit ihrer Familie in Hawaii lebt, will den Fall aus der Welt schaffen, um endlich Ruhe zu haben. Sie habe den Vorfall verarbeitet und sei nun nicht mehr ein minderjähriges Opfer. Allerdings würde sie jedes Mal neu darunter leiden, wenn "sensationslüsterne Einzelheiten" in der Öffentlichkeit ausgebreitet werden. Sie sehe sich jetzt als Opfer der Staatsanwaltschaft, die den Fall nicht ruhen lässt, so Geimer.

Schon 2003, als Polanski für den Film "Der Pianist" eine Oscar- Nominierung erhalten hatte, äußerte Geimer den Wunsch, dem Filmemacher die Einreise zu der Oscar-Gala zu ermöglichen. Sein künstlerisches Werk habe nichts mit der Tat von damals zu tun, nahm sie Polanski in Schutz. Er gewann den Regie-Oscar, blieb aber der Verleihung fern. (APA/dpa)

 

 

 

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