Starker Anstieg bei Hungerstreiks

13. Jänner 2009, 07:01
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42 Insassen verweigern derzeit Nahrungsaufnahme - Seit Freitag seien acht weitere Insassen in den Hungerstreik getreten

Washington - Die Zahl der hungerstreikenden Gefangenen im US-Lager Guantanamo ist in der vergangenen Woche stark angestiegen. Seit Freitag seien acht weitere Insassen in den Hungerstreik getreten, teilte eine Sprecherin des Lagers auf Kuba mit. Demnach verweigern derzeit 42 der insgesamt etwa 250 Insassen die Nahrungsaufnahme. 31 von ihnen werden den Angaben zufolge zwangsernährt. Als einen möglichen Grund für den Anstieg vermuteten die Behörden die bevorstehende Vereidigung des künftigen US-Präsidenten Barack Obama. Als weitere mögliche Ursache wurde der siebente Jahrestag der Ankunft der ersten Gefangenen in Guantanamo Bay am 11. Jänner 2002 vermutet.

Obama hatte am Sonntag erneut die Schließung des Lagers in Aussicht gestellt, gleichzeitig aber eingeräumt, dass diese in den ersten hundert Tagen seiner Amtszeit nicht zu erreichen sein dürfte. Rechtsexperten und Vertreter der Sicherheitsbehörden erörtern derzeit, wie das Lager aufgelöst werden könnte. Guantanamo war infolge der Anschläge vom 11. September 2001 eröffnet worden. Von den Inhaftierten wurden erst etwa 20 offiziell angeklagt, bis zu 80 weitere sollen nach Angaben des Pentagons wegen "Kriegsverbrechen" belangt werden. Menschenrechtler warfen den US-Behörden wiederholt Misshandlungen von Guantanamo-Insassen vor.

Der gewählte US-Präsident Barack Obama wird nach Angaben eines Beraters sehr bald die Schließung des Gefangenenlagers Guantanamo anordnen. Dies könne möglicherweise schon in der ersten Woche nach seinem Amtsantritt geschehen, sagte der Obama-Berater am Montag in Washington. (APA/AFP)

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