Wurmobilität trotz Handkantentechnik

12. Jänner 2009, 22:45
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Die Meinungen aus dem derStandard.at-Forum entsprechen gar nicht dem Geschmack von Leo Szemeliker. Und dem Wurm bleibt die Stofffesselung erspart

Mit der Lobpreisung der Zähmung des sperrigen Bugaboo-Gestells durch mich und meine Stiefel wurde eine Diskussion auf derStandard.at losgetreten. (So wie sie zu jedem Auto, das hier besprochen wird, ausbricht. Die meisten Poster befinden die Meinung des Testers als daneben, weil ja dieses oder jenes andere Häusl um Äonen besser wäre.) Ich lasse mich auf Kinderwagenmarkenstreits gar nicht ein. Soll jeder tun, wie er glaubt.

Einer meiner Kampfposter meint aber, dass Kinderwagen per se nichts können im Vergleich zu Tragetüchern. Andere stimmen zu, von wegen: "Eltern-Kind-Bindung, voll super nur mit Tragetuch."

Mag sein. Wir haben am Anfang oft (die auch nicht billigen) Tragetücher verwendet. Meine Frau kann ein Dutzend Bindetechniken. (Ich? Eine. Halb.) Solange das Baby ein gefügiges Kuschelwuzibuzi ist, funktioniert der Fetzen. Sobald es zum Nahkampfwurm wird, ist Schluss. Neuerdings setzt unserer nämlich Handkantenschläge gegen meinen Kehlkopf ein, direkt aus der Ganzkörperschraubendrehung heraus, wenn ich ihn etwa - auf dem Pezzi-Ball sitzend und "Marica rozica" summend - in den Schlaf wiegen will, er aber lieber noch neben der Badewanne stehen oder auf sein Plastikklavier hämmern oder Schubladen auf und zu machen würde.

Würden wir derzeit versuchen, den Wurm in Stoff zu fesseln, würde der kleine Freiheitskämpfer in ihm explodieren. Seine Eltern kommen mit deutlich weniger Verletzungen davon, wenn sie zwecks Wurmobilität mit dem holländischen Gestell hantieren. (Leo Szemeliker/DER STANDARD/Automobil/9.1.2009)

 

  • Fesselungen in Stoffbahnen bleiben dem Wurm erspart.
    foto: epa/rel / belief (faith)

    Fesselungen in Stoffbahnen bleiben dem Wurm erspart.

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