Neues Ergenekon-Waffenlager entdeckt

12. Jänner 2009, 21:44
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Hinweise nach Festnahme führten zu unterirdischem Versteck

Istanbul - Die türkische Polizei hat in der Nähe der Hauptstadt Ankara erneut ein Waffenversteck ausgehoben, das dem ultra-nationalistischen Netzwerks Ergenekon zugeschrieben wird. Vergraben im Garten eines verlassenen Hauses im Dorf Zir fanden Ermittler 30 Granaten, neun Rauchbomben, zehn Leuchtraketen sowie rund 800 Patronen, wie die Nachrichtenagentur Anadolu am Montag meldete. Die Ermittler waren nach der Verhaftung eines Oberstleutnants am vorigen Mittwoch auf eine Zeichnung mit Hinweisen auf das Waffenlager gestoßen.

Bereits am Freitag hatte die Polizei mit Hilfe der Skizze eines früheren Polizeichefs in einem Waldgebiet ein großes Waffenversteck entdeckt. Anadolu zufolge wurden Raketenwerfer, Granaten, Rauchbomben, eine Leuchtrakete und Munition gefunden. Der Prozess gegen Ergenekon hatte im Oktober begonnen, Dutzende Verdächtige müssen sich seither vor Gericht verantworten. Im Zuge der Ermittlungen wegen mutmaßlicher Umsturzpläne des Netzwerks erließ ein Gericht in Istanbul am Sonntag Haftbefehle gegen neun weitere Verdächtige.

Den Ergenekon-Mitgliedern wird vorgeworfen, einen gewaltsamen Umsturzversuch gegen die Regierung geplant zu haben. Der Staatsanwaltschaft zufolge wollten sie mit Gewaltakten einen neuen Militärputsch in der Türkei provozieren, um den islamsich-konservativen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan aus dem Amt zu jagen. (APA/AFP)

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