180 Jobs in Erdberg wackeln

13. Jänner 2009, 11:34
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Der Streit um die drohende Schließung der ÖBB-Postbus-Werkstätte spitzt sich zu

Der Streit um die drohende Schließung der ÖBB-Postbus-Werkstätte in Wien Erdberg spitzt sich zu. Post-Gewerkschafter Gerhard Fritz hat der Postbus-Belegschaft seine volle Unterstützung zugesagt. In einem Brief an die Postbus-Geschäftsführung, der u.a. auch an Infrastrukturministerin Doris Bures (SPÖ) ging, betonte Fritz als zuständiger Gewerkschaftsvorsitzender, "dass wir den Betriebsrat in allen Aktionen bis hin zu einem Streik voll unterstützen werden. Heute Vormittag findet am Standort Erdberg eine Informationsveranstaltung statt.

Schließung verhindern

"Wir werden nichts unversucht lassen, um eine Schließung des Standortes Erdberg zu verhindern, auch wenn wir einen Arbeitskampf führen müssen", betonte Betriebsratschef Robert Wurm zur APA. Wie berichtet hat die Postbus-Geschäftsführung erst gestern, Montag, Belegschaft und Belegschaftsvertretung darüber informiert, dass der Standort in Erdberg ab 30. Juni 2009 geschlossen und die Tätigkeit auf die Standorte Vösendorf, Hütteldorf, Hollabrunn und nach Wien 20 verlegt werde. Von der Standortschließung sind 180 Mitarbeiter betroffen. Laut Postbus-Geschäftsführung soll der Standort Erdberg "einer anderen Verwendung" zugeführt werden. Für Wurm ist klar, der Standort wird verkauft.

Alternativen gesucht

Die Geschäftsführung werde Maßnahmen treffen, um nachteilige Folgen für die Belegschaft weitgehend abzufedern, heißt es in einem Brief an die Mitarbeiter. Man wolle gemeinsam mit der Belegschaftsvertretung mehrere Alternativen für die betroffenen Mitarbeiter entwerfen.

Die Gewerkschaft will jedenfalls für den Standort kämpfen. "Erst wenn nichts mehr geht, werden wir über einen Sozialplan reden", so Wurm.

Die Spekulationsverluste der jüngeren Vergangenheit sollten offenbar mit neuen Grundstücksgeschäften auf dem Rücken der Mitarbeiter saniert werden, befürchtet die Arbeitnehmervertretung. Die politischen Eigentümervertreter seien jetzt gefordert, diese betriebswirtschaftliche "Strategie des Wahnsinns" zu stoppen.(APA)

 

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