Ex-RAF-Terrorist Klar geht gerichtlich gegen Pressefotos vor

12. Jänner 2009, 17:18
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Einstweilige Verfügung gegen Bilder in "B.Z." und "Bild"

Der frühere deutsche Terrorist der linksextremen Rote Armee Fraktion (RAF), Christian Klar, geht gerichtlich gegen die Veröffentlichung von ihm nicht genehmigter Fotos vor. Auf seinen Antrag hat das Berliner Landgericht am Montag gegen die Berliner Boulevardzeitung "B.Z." eine einstweilige Verfügung gegen die Verbreitung von Fotos erlassen, die Klar vor dem Berliner Ensemble (BE) zeigen. Eine entsprechende Mitteilung von Klars Anwalt Johannes Eisenberg bestätigte eine Sprecherin des Landgerichts.

Laut Eisenberg wurde der Zeitung verboten, "Bildnisse zu verbreiten, die Christian Klar zeigen im Zusammenhang mit einem Besuch des BE, wie in 'B.Z.' vom 9.1.2009, Titelseite und S. 6 und 7 geschehen". Ein entsprechender Antrag sei auch gegen die "Bild"-Zeitung gestellt worden, die das Foto einen Tag später veröffentlicht hatte.

"Nicht gestattet"

Klar habe "die Fertigung und Verbreitung dieser Bilder nicht gestattet", betonte der Anwalt in seiner Pressemitteilung. "Herr Klar tritt jeglicher Fertigung und Verbreitung aktueller Bilder entgegen und macht sein Recht am eignen Bilde geltend." Eine Sprecherin der Axel Springer AG sagte dazu, die Verfügung sei beim Verlag noch nicht eingetroffen. "Dann sehen wir weiter, wir sehen das insgesamt sehr gelassen."

Das von Ex-Burgtheaterdirektor Claus Peymann geleitete Berliner Ensemble hatte am Freitag das ursprünglich geplante Praktikum des 56-Jährigen an dem Theater, das von Bertolt Brecht gegründet worden war, abgesagt. Zur Begründung hieß es, Klar befürchte, dass durch die "sensationslüsterne Berichterstattung" in einem Teil der Medien und die "anhaltende Belagerung" durch Paparazzi das Theater, dessen Direktor Peymann und er selbst Schaden nehmen könnten. "Das angestrebte Leben in Normalität nach 26-jähriger Haft scheint unter diesen Umständen nicht möglich." (APA/dpa)

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