Zogaj-Geschwister sind wieder in Oberösterreich

12. Jänner 2009, 17:19
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Innenministerium: Neues Asyl­ver­fahren für Arigona und ihre Mutter

Linz - Erstmals seit ihrer Abschiebung im September 2007 sind nun auch drei der vier Geschwister von Arigona Zogaj wieder in Oberösterreich, erfuhr der STANDARD aus gewöhnlich gut informierten Kreisen. Ob Arigona Zogaj und ihre Mutter Nurie in Österreich bleiben können, ist weiter nicht entschieden. Das betonten Innenministerium und Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck auf Anfrage der APA. Der neue Asylantrag der beiden wurde von den zuständigen Behörden zunächst einmal nur zugelassen. Nun muss das Bundesasylamt im regulären Verfahren klären, ob Asylgründe vorliegen. Ursprünglich hatte die APA verlautbart, die Asylanträge von Arigona Zogaj und ihrer Mutter Nurie seien angenommen worden. Bisher waren das 16-jährige Mädchen und seine Mutter wegen des schlechten Gesundheitszustandes von Nurie Zogaj in Österreich geduldet worden.

Flucht aus Asylwerberheim

Albin (9) und Albona (7) und einer der beiden älteren Brüder, Alfred (17), flüchteten am vergangenen Sonntag aus dem ungarischen Asylwerberheim Debrecen, wo die Geschwister nach einem fehlgeschlagenen Einreiseversuch vor Weihnachten untergebracht waren, nach Österreich.

Derzeit sind die drei Zogaj-Kinder im Bezirk Vöcklabruck untergetaucht. Wo, wissen - zumindest offiziell - scheinbar auch engste Vertraute der Familie offenbar nicht. "Ich habe nur gehört, dass sie wieder da sind, weiß aber nicht, wo genau. Auch Arigona hatte noch keinen Kontakt zu ihnen", beteuert Zogaj-Vertrauter und Ungenacher Pfarrer Josef Friedl. Auch Oberösterreichs Sicherheitsdirektor Alois Lißl zeigt sich auf STANDARD-Anfrage überrascht: "Ich habe davon überhaupt noch nichts gehört. Es hat aber auf jeden Fall keine offizielle Familienzusammenführung gegeben."

In Frankenburg im Bezirk Vöcklabruck, wo die Familie jahrelang gelebt habe, befänden sich die Kinder jedenfalls nicht, sagt Friedl. In Ungarn, wo sich die drei bisher befanden, sei ihnen "Tür und Tor geöffnet" worden. Er halte die Entscheidung der Geschwister zwar nicht für gescheit, zeigt aber Verständnis: Im Kosovo hätten sie gar nichts, nicht einmal Strom, gehabt. (APA/Markus Rohrhofer, DER STANDARD-Printausgabe, 13.1.2009)

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    Die vier Zogaj-Geschwister auf einem Archivbild vom Herbst 2007 nach ihrer Abschiebung in den Kosovo.

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