Staatliche Hilfen verhindern Mega-Pleiten

12. Jänner 2009, 15:03
2 Postings

Während Firmenpleiten in Österreich 2008 nahezu unverändert blieben, stieg die Zahl der Privatkonkurse drastisch

Wien - Die größten Insolvenzen des abgelaufenen Jahres "waren jene des Finanzsektors, die durch staatliche Interventionen nicht eingetreten sind", so der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) im Vorwort zur Insolvenzstatistik 2008. Dass die "größte Insolvenz" durch staatliche Interventionen abgewendet werden musste, treffe in kleinerem Maße auch für Österreich zu, wo die Kommunalkredit verstaatlicht und für alle Kreditinstitute ein 100-Mrd.-Euro-Schutzschirm aufgestellt wurde.

Insgesamt blieben die Firmeninsolvenzen in Österreich 2008 mit 6.293 Fällen stabil. Die Zahl der eröffneten Verfahren stieg um 8,4 Prozent auf 3.254 Verfahren, die der Mangels Masse abgewiesenen Fälle ging um 7,9 Prozent auf 3.039 Fälle zurück. Die größten Firmenpleiten waren die Konkurse der Stade Immobilien Beteiligung GmbH und Dr. Karl Hofer mit Passiva von insgesamt 118 Mio. Euro, gefolgt von Eybl Austria mit 87 Mio. Euro und dem Konkurs der Maschinenfabrik Battenfeld mit 51 Mio. Euro. Betroffen waren laut AKV 26.718 Arbeitsplätze.

Die Zahl der Privatkonkurse nahm 2008 um 11,3 Prozent auf 9.615 Fälle zu, davon wurden 8.516 Verfahren eröffnet, was einem Plus von 15,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Insgesamt (Firmen und Private) gab es demnach im Vorjahr 15.908 Pleiten, um 6,5 Prozent mehr als im Jahr davor. Die Passiva beliefen sich auf insgesamt 4,3 Mrd. Euro.

Bau und Gastronomie am stärksten betroffen

Die meisten Insolvenzen gab es in den Bereichen Bau und Gastronomie. An dritter Stelle rangierten Transportunternehmen, gefolgt von Elektro, Radio, TV und EDV. Die meisten Pleiten gab es mit insgesamt 4.363 Fällen traditionell in Wien.

Die Rezession hat sich gegen Jahresende 2008 bemerkbar gemacht, so der AKV. Im 4. Quartal nahm die Zahl der Gesamtinsolvenzen im Jahresvergleich um 10,9 Prozent auf 4.014 Fälle zu. Bei Passiva von 1,21 Mrd. Euro waren im Quartal 7.698 Arbeitsplätze betroffen.

Der in vielen Branchen abrupte konjunkturelle Abschwung und die trotz Intervention der EZB und Leitzinsensenkung noch nicht gelöste Kreditklemme bei den Banken belaste die Unternehmen schwer. Zunehmen werde unter den schwierigen Umständen die Bedeutung des Lieferantenkredits. (APA)

Share if you care.