Althaus nach Skiunfall nach wie vor nicht vernehmungsfähig

12. Jänner 2009, 14:40
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Ministerpräsident kommt möglicherweise nächste Woche in Reha-Klinik

Jena - Nach seinem Skiunfall ist Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) derzeit noch nicht vernehmungsfähig. Er brauche nach wie vor Ruhe und könne sich immer noch nicht an den Unfall erinnern, sagte der Direktor für Neurochirurgie am Uniklinikum Jena, Rolf Kalff, am Montag vor Journalisten. Die behandelnden Ärzte rechnen damit, dass Althaus möglicherweise nächste Woche in eine Rehabilitationsklinik verlegt werden kann, wo er dann weitere Wochen verbringen muss.

Solange Althaus am Uniklinikum Jena behandelt werde und sich nicht in der Rehabilitation befinde, sei er aus ärztlicher Sicht "nicht vernehmungsfähig", bestätigte der Medizinische Vorstand des Uniklinikums, Klaus Höffken. Den Ärzten zufolge hat sich der Gesundheitszustand von Althaus weiter verbessert. Er stehe inzwischen auf und könne ohne Unterstützung das Bett verlassen.

Teilweise "zeitlich und örtlich nicht orientiert"

Althaus habe auch bereits "einige Einheiten" auf dem Heimtrainer absolviert, sagte Kalff. Allerdings habe er nach wie vor Phasen, in denen er "zeitlich und örtlich nicht orientiert" sei. Dieses sogenannte Durchgangssyndrom äußert sich dahingehend, dass Althaus manchmal "fast klar" sei und dann wieder Dinge vergesse, die eine Viertelstunde zurückliegen.

Den Ärzten zufolge braucht er deshalb weiter Ruhe. Radio und Fernseher seien aus dem Patientenzimmer entfernt worden. Althaus lese auch keine Zeitung. Auch dürfe er bis auf enge Familienangehörige nach wie vor keine Besuche empfangen. Den Ärzten zufolge ist dies ein "völlig gewöhnlicher Krankheits- und Genesungsverlauf" nach einem Schädel-Hirn-Trauma.

Keine Erinnerung an Unfall

Althaus war am Neujahrstag auf einer Piste in der Steiermark mit einer Skifahrerin zusammengeprallt. Die 41-jährige Frau erlitt dabei tödliche Verletzungen. Althaus weiß den Ärzten zufolge vom Tod der Frau, kann sich aber an den Unfall nicht erinnern. Aufgrund seines Schädel-Hirn-Traumas werde ihm die ganze Tragweite des Geschehens erst später deutlich werden. Den Angaben zufolge erhält Althaus eine intensive psychologische Betreuung mit Gesprächen. Wann er wieder völlig genesen sein wird, können die Ärzte nicht sagen.

Althaus' Familie dankte im Namen des Ministerpräsidenten den Ärzten für die Betreuung und der Bevölkerung für die Genesungswünsche. Zugleich bat die Familie um Verständnis dafür, dass Althaus weiterhin viel Ruhe brauche, hieß es in einer vom Kaufmännischen Vorstand des Uniklinikums, Rudolf Kruse, verlesenen Erklärung. Den Angaben zufolge werden Althaus "in kleineren Portionen" die zahlreichen Genesungswünsche überbracht. (APA/AFP)

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