Oberender bleibt bis 2011, Flimm an der kurzen Leine

13. Jänner 2009, 17:31
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Salzburger Festspiele: Intendanz ausgeschrieben - "Wir suchen den Besten der Besten"

Salzburg - Thomas Oberender verlässt die Salzburger Festspiele nun doch nicht nach diesem Sommer, sondern bleibt, wie ursprünglich geplant, bis zum Herbst 2011 Schauspielchef: Das Direktorium (Intendant Jürgen Flimm, Präsidentin Helga Rabl-Stadler und Geschäftsführer Gerbert Schwaighofer) bat das Kuratorium, die im Dezember ausgesprochene Kündigung zurückzunehmen.
Das war ganz im Sinne des politisch besetzten Gremiums unter dem Vorsitz von Wilhelmine Goldmann. Für Flimm hat sich die Situation dennoch nicht gebessert: Das Kuratorium untersagte ihm in der Sitzung am Dienstag, bereits jetzt als Berater der Staatsoper Unter den Linden zu fungieren. Wie berichtet, will er 2010 das Berliner Haus übernehmen, obwohl er bis 2011 in Salzburg gebunden ist. Flimm habe aber, so Goldmann gegenüber dem STANDARD, bisher keinen Vertrag in Berlin unterzeichnet und werde dies auch nicht tun.

Ob man Flimm früher ziehen lassen kann, hänge von seinem erst zu bestellenden Nachfolger ab. In der straff geführten Sitzung wurde die Findungskommission nominiert. Ihr gehören Brigitte Fassbaender (Intendantin des Landestheaters Innsbruck) als Vorsitzende, Georg Springer (Geschäftsführer der Bundestheater), Eva Wagner-Pasquier (Ko-Chefin der Bayreuther Festspiele), Clemens Hellsberg (Vorstand der Wiener Philharmoniker) und der Salzburger Galerist Thaddaeus Ropac an.

Demnächst wird der Posten (Bewerbungsfrist 28. Februar) ausgeschrieben: "Wir suchen den Besten der Besten", so Goldmann. Die Findungskommission soll bis 30. April einen Dreiervorschlag ausarbeiten, damit das Kuratorium bis 30. Juni den neuen Intendanten designieren könne. "Und erst wenn klar ist, wann der Beste zur Verfügung steht, wird entschieden, ob und wann Flimm aus seinem Vertrag entlassen werden kann."

Dieser machte nach der Sitzung erneut deutlich, dass die Opernprogramme 2010 und 2011 so gut wie fertig seien und dadurch rund 70 Prozent weniger Arbeit anfallen würde. Er entschuldigte sich für seine "etwas flapsigen Aussagen" über Oberender: "Ich bin froh, dass Thomas und ich wieder zusammengefunden haben." (trenk/DER STANDARD, Printausgabe, 14. 1. 2009) 

 

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    Jürgen Flimm (links) und Thomas Oberender vor Beginn der aktuellen Kuratoriumssitzung

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