Lehre mit Matura auch im Burgenland

12. Jänner 2009, 14:35
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Start mit 95 Teilnehmern - Vier Kursklassen in Eisenstadt, Neutal und Oberwart - Einen Tag pro Woche wird die Schulbank gedrückt

Eisenstadt - Am 30. Jänner startet auch im Burgenland das Modell "Lehre mit Matura". 96 Teilnehmer beginnen in vier Kursklassen mit der Ausbildung, die ihnen ermöglichten soll, eine Facharbeiterausbildung mit der Reifeprüfung zu kombinieren. Der Kursbesuch und die Lernunterlagen sind kostenlos, das Land wendet dafür pro Jahr insgesamt rund 94.000 Euro auf, erläuterte Landesrat Peter Rezar am Montag bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt.

Eingangsgespräch, keine Aufnahmsprüfung

Angeboten wird das Modell im Wifi in Eisenstadt (50 Plätze) sowie im Burgenländischen Schulungszentrum (BUZ) in Neutal (20) und im Berufsförderungsinstitut (bfi) Oberwart (25). Über die Teilnahme entscheidet ein Eingangsgespräch, in dem die Eignung festgestellt wird. Eine Aufnahmsprüfung gebe es nicht, so der Landesrat.

Die Vorbereitungslehrgänge erstrecken sich insgesamt über 915 Stunden. Die Jugendlichen arbeiten vier Tage pro Woche im Betrieb, jeweils einen Tag drücken die Lehrlinge die Schulbank. "Mit diesem Model ist es uns auch gelungen, eine Einbahn zu durchbrechen", so Rezar. Absolventen können auch eine Universität oder Fachhochschule besuchen.

Die Lehrlinge, die mit der Ausbildung beginnen, arbeiten bei etwa 70 bis 80 Unternehmen. Eines davon ist Leykam Let's Print mit annähernd 400 Mitarbeitern im Burgenland. Lehre mit Matura sei eine Chance, Mitarbeiter schon von der Lehre weg besser zu qualifizieren und werde vom Unternehmen begrüßt, meinte Aufsichtsratschef Anton Schubaschitz. An den Konzernstandorten herrsche Wettbewerb. An den ausländischen Standorten gebe es Kostenvorteile: "Umso mehr gilt es, an den Standorten in Österreich die Qualifikation zu heben."

Lernen statt Freizeit

Einer der Lehrlinge, die Ende Jänner die Ausbildung beginnen, ist Ernst Wittmann aus Rohrbach. Der Drucktechniker-Lehrling im zweiten Jahr ging mit dem Anliegen, am Modell teilzunehmen, zu seinem Betriebsleiter in Neudörfl. Künftig werde er von Montag bis Donnerstag arbeiten, am Freitag stehe die Schule auf dem Programm. Zu Hause in der Freizeit ist Lernen angesagt. "Es wird sicher nicht ganz einfach werden", meinte Wittmann. Er hoffe, dass es eine gute Prüfungsvorbereitung gibt. Auf den Start am 30. Jänner freue er sich schon. (APA)

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