Personalkosten werden gekürzt

12. Jänner 2009, 12:42
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Unternehmen sieht von Kündigungen ab

Wien - Die vorbehaltlich der EU-Genehmigungen an die deutsche Lufthansa verkaufte Austrian Airlines (AUA) muss mit den Personalkosten runter. Mitte Dezember hat AUA-Chef Alfred Ötsch erstmals laut über Kurzarbeit nachgedacht, auch umfangreiche Teilzeitmodelle und Sonderurlaube sind im Gespräch. Urlaube müssen jedenfalls zügig abgebaut werden. Der Bedarf wird gerade ausgelotet.

Am Montag haben zwischen AUA-Management und Betriebsrat erste Vorgespräche begonnen, wurde der APA von beiden Seiten bestätigt. Die Gewerkschaft war am Montag noch nicht dabei.

Für die nächsten Tage wurden weitere Verhandlungen in Aussicht genommen. Nochmals bekräftigt worden ist vom Vorstand, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben soll. Die Lage sei nicht rosig, aber auch nicht so schlimm wie man im derzeitigen Umfeld befürchten hätte können, hieß es nach der heutigen ersten Runde.

Kurzarbeitsmodelle müssen jedenfalls beim Arbeitsmarktservice angemeldet werden, weil das AMS ja einen Teil der Gehaltsausfälle durch Arbeitszeitverkürzungen übernimmt. Kurzarbeit braucht auch die Unterschriften der Gewerkschafter.

Die letzten großen Kurzarbeitswellen in der europäischen Airlinebranche hatte es 2003 gegeben. Unter anderem hat die deutsche Lufthansa damals auf diese Weise auf Buchungseinbrüche nach der SARS-Krise reagiert. Wie kurzfristig das jetzt bei der AUA käme, wurde noch nicht gesagt. Die AUA hat derzeit etwas mehr als 8.000 Mitarbeiter.

Alle Mitarbeiter konzernweit betroffen

Wie es am Montag weiter hieß, soll dabei nicht nur bei jenen Beschäftigungsgruppen die Kostenschraube angesetzt werden, die unmittelbar vom massiven Nachfragerückgang im Flugverkehr bzw. von Kapazitätskürzungen betroffen sind. Es müssten konzernweit alle 8.000 Mitarbeiter beitragen, also Bordpersonal, Boden/Technik ebenso wie Verwaltung und Head Office. Alle müssten an einem Strang ziehen.

Das Maßnahmenpaket solle "prompt" ausverhandelt sein, hieß es, so rasch wie möglich in Kraft treten. Die Verhandlungen würden ab jetzt "laufend" statt finden und die nächsten Wochen beanspruchen. Nicht ausgeschlossen, dass es noch im Laufe der Woche eine weitere Runde gibt.

Als erste Sofortmaßnahme, also bis die anderen - zum Teil mit Einbindung von Gewerkschaft und AMS - auszuhandelnden Schritte (Teilzeit, Kurzarbeit) wirken, wird bei den Urlaubsrückständen angesetzt, gab AUA-Chef Alfred Ötsch heute bekannt. Wer Urlaub stehen hat, muss jetzt forciert abbauen.

Dass alle an einem Strang zögen, untermauert nach Darstellung aus dem Unternehmen auch eine gemeinsame Aussendung von AUA-Chef Ötsch mit den führenden Bord-Betriebsräten Georg Riedl (AUA) und Peter Danek (Tyrolean) sowie den kaufmännisch-technischen Betriebsratschefs Alfred Junghans (AUA) und Maria Gstaltmeyr (Tyrolean).

In der allgemeinen Wirtschaftskrise verzeichne die Luftfahrtbranche weltweit Passagierrückgänge und Nachfrageeinbrüche. Das sei auch bei der AUA spürbar. "Ein wichtiger Faktor ist daher die Flexibilität zur Anpassung der Kosten an die Kapazität. Erklärtes Ziel des Managements der Austrian Airlines ist, ohne aktiven Stellenabbau durch die Krise zu kommen", schrieben Vorstand und Belegschaftsvertretung in ihrer gemeinsamen Mitteilung an die Medien.

AUA-Chef Ötsch spricht von "Eigenoptimierungs-Maßnahmen". Ziel sei es, rasch konkrete Modelle zur Arbeitsplatzsicherung im Einvernehmen mit den Belegschaftsvertretern zu etablieren. (APA)

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