Videospiele werden dominante Unterhaltungsform

12. Jänner 2009, 12:42
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Games können als einzige Sparte um 40 Prozent zulegen

Videospiele sind auf dem Weg, alle anderen Formen der elektronischen Unterhaltung in den Hintergrund zu drängen und die Entertainment-Sparte zu dominieren. Zu dieser Einschätzung kommt Mike Griffith, Chef des bekannten US-Games-Studios Activision, in seiner kürzlich gehaltenen Keynote im Rahmen der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas. "Filme, Musik und Fernsehen - das sind alles Bereiche des Entertainmentsektors, die derzeit stagnieren oder sich rückläufig entwickeln. Während das Interesse an nahezu jeder anderen Form der Unterhaltung schwindet, sind Videospiele das einzige Segment, das floriert", stellt Griffith laut BBC-Bericht fest. Verantwortlich hierfür seien hauptsächlich die technologische Entwicklung, der zunehmende Wunsch der Nutzer nach Interaktivität sowie der weiter stark ausgeprägte Trend zur Gemeinschaftsbildung über das Internet.

"Videospiele sind der einzige Bereich, der in diesem Zeitraum um 40 Prozent zulegen konnte"

Zur Untermauerung seiner abgegebenen Prognose verweist Griffith auf aktuelle Marktforschungszahlen zu der Entwicklung der verschiedenen Medienbereiche aus den USA. Demnach sind die Kinokartenverkäufe und die Zahl der durchschnittlich vor dem TV-Gerät verbrachten Stunden im Zeitraum zwischen 2003 und 2007 jeweils um sechs Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig brachen auch die Musikverkäufe um zwölf Prozent ein. "Videospiele sind der einzige Bereich, der in diesem Zeitraum um 40 Prozent zulegen konnte", betont Griffith. Diese Entwicklung zeichnet sich aber nicht nur in den USA bereits deutlich ab, sondern auch in Deutschland, wie zum Beispiel jüngste Prognosen von PricewaterhouseCoopers belegen. Demnach wird der gesamten Medienbranche eine Wachstumsflaute vorhergesagt. Einzige Ausnahme bilden die Bereiche Internet und insbesondere Games, die weiterhin stark zulegen und als Umsatzmotoren die Branche insgesamt stützen sollen.

"Guitar Hero"

Mit dem zunehmenden wirtschaftlichen Stellenwert der Games-Sparte nehme gleichzeitig auch ihr Einfluss auf die anderen Entertainment-Bereiche zu. Am deutlichsten zeige sich diese Entwicklung am Beispiel des unglaublichen Erfolgs von Musikspielen wie "Guitar Hero". Diese hätten die Online-Verkäufe der in diesen Spielen vertretenen Künstler deutlich angekurbelt. Diese verkaufsfördernde Wirkung bestätigt auch Patric Roos, PR-Executive bei Activision Deutschland, gegenüber pressetext. "Die Albumverkaufszahlen und Downloads von einzelnen Songs der Interpreten, die in Guitar Hero III vertreten sind, stiegen nachweisbar signifikant an", betont Roos. "Kooperationen zwischen der Videospiel- und der Musikindustrie sind ein potenziell viel versprechender Weg für die Zukunft", ergänzt Roos. Derartige Partnerschaften würden positive Synergieeffekte für beide Seiten entstehen lassen. (pte)

 

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