"Conficker"-Wurm legte Landesregierung und Spitäler in Kärnten lahm

12. Jänner 2009 11:16
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Microsoft-Patch im November - Viele PC in betroffenen Krankenhäusern wieder am Netz

Nach einer Computervirenattacke ist am Montag die Routine in den Kärntner Landeskrankenhäusern wiederhergestellt worden. "Ein Großteil der rund 3.000 betroffenen PC ist bereits wieder am Netz", berichtete Rainer Harpf, IT-Leiter der Kärntner Krankenanstalten Betriebsgesellschaft (Kabeg) auf Anfrage. Auch in der Landesregierung ist der Betrieb wieder aufrecht. Rund 80 Prozent der Rechner seien wieder im Einsatz, erklärte Landesamtsdirektor Reinhard Sladko.

Wurm kam mit USB-Stick

Mittlerweile weiß man mit Sicherheit, dass der Virus nicht über die Firewall eingedrungen ist. "Fest steht, dass wir uns den Wurm intern eingefangen haben, mit großer Wahrscheinlichkeit über einen USB-Stick", erklärte der Fachmann. Eine Bezifferung der aufgrund der zeitaufwendigen Reparaturen entstehenden Kosten wäre derzeit sehr schwierig, weil man den Großteil der Arbeiten mit internen Mitarbeitern abdecken würde. Außerdem sei kein massiver Schaden entstanden, so Harpf.

In der Landesregierung ist zu großen Teilen wieder Normalität eingekehrt: "Der Betrieb läuft, wir haben zwar da und dort noch Probleme, aber die üblichen Anwendungsbereiche funktionieren" so Sladko.

Conficker der Varianten A und B

Das Virus Conficker der Varianten A und B, das die Landesregierung und die Spitäler infiziert hat, sei exzellent geschrieben, so Josef Pichlmayr, Geschäftsführer des österreichischen Software-Unternehmens Ikarus, im Gespräch mit der APA. Doch seien unter den Kunden des Virenbekämpfers sonst keine Probleme bekannt - schließlich hat Microsoft bereits im November einen Patch veröffentlicht, der gegen die Attacke "immunisiert".

Eine Woche

Die heimischen Krankenanstalten wären gegen Virenattacken generell sehr gut, "weit über dem Durchschnitt", geschützt, weiß der Fachmann. Von außen sei Kritik unfair, denn man müsste die konkreten Bedingungen kennen. Doch wundert sich Pichlmayr, dass man in den Kärntner Spitälern nicht schneller reagiert wurde - "wenn man schon nach der Attacke auf die Landesregierung rund eine Woche Zeit gehabt habe".

Updates

Mit dem Patch hätte man den Schaden wohl verhindern können. Updates in großen Netzen seien aber auch schwierig und da überlege sich mancher Administrator, ob ein Patch ungeprüft anwendet wird. Auch könne sich durch die Feiertage eine Verzögerung ergeben haben. Seit November hätten aber auch Antivirenprogramme Conficker in ihren laufenden Updates berücksichtigt. Ob nun alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen wurden und das Virus dennoch eine Lücke gefunden habe, könne Pichlmayr nicht sagen.

Nun sei Conficker, dessen Variaten über verschiedene Wege und Möglichkeiten eindringen können, jedenfalls schwer wieder zu beseitigen. Doch das Virus verbreitet sich zwar geschickt, zerstört aber weder Hardware noch Daten. Für den Experten, der wohl Schlimmeres gewöhnt ist, "ein Sturm im Wasserglas".

Dass Microsoft-Patch immunisiert, sei "schlichtweg falsch"

Von den Aussagen von Pichlmayr zeigte sich Rainer Harpf "irritiert". Die Behauptung Pichlmayrs, dass man mit dem Microsoft-Patch vom November gegen die Computerviren Conficker A und B geschützt sei, bezeichnete er als "schlichtweg falsch": "Man ist nicht immunisiert", so Harpf zur APA.

Die Rechner der Kabeg hätten den Patch bereits gegen Anfang November installiert und auch sonst noch diverse Antivirus-Produkte im Einsatz gehabt, technisch sei man also auf dem neuesten Stand gewesen, stellte Harpf klar. Weiters verwundere ihn Pichlmayrs Urteil, weil dieser die Infrastruktur in der Kärntner Landesregierung und der Kabeg gar nicht kenne. Die zuständigen Sicherheitsleute stünden immer im Austausch. Als Maßnahme nach dem Virenangriff hätte man bereits die Antivirensoftware, die den Virus nicht erkannt hat, gegen eine andere ausgetauscht, berichtete der IT-Chef. (APA)

 

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Posting 1 bis 25 von 73
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Njörd
14.01.2009 08:13
Mit Windows wird es immer schlimmer.

In richtig großen Netzwerken arbeitet man auch meist mit Linux bzw. Unix und nicht mit Windows.

CH215
14.01.2009 12:28
Große Netze

Wenn Sie vom Rechenzentrum sprechen gebe ich Ihnen recht. Aber hier geht es hauptsächlich um die Angriffe auf die Client PCs und ich denke nicht dass die SW die in einem KH verwendet wird restlos unter Linux läuft.
Also meines Wissens hat sich da noch kein Krankenanstalten träger drüber getraut.

Krawuzikapuzi_
13.01.2009 18:16
Mann ohne Ahnung dieser Herr Harpf

1. Kein massiver Schaden. Was ist denn ein massiver Schaden, wenn 3000 Rechner außer Betrieb sind, das komplette Patientendatenmanagement ausfällt bzw. "steinzeitlich" erfolgt? Und das nicht für ein paar Stunden, sondern Tage!
2. Dass die USB-Ports für JEDEN User frei benützbar sind, ist ein Kardinalfehler. Diese gehören gesperrt. Wer das nicht weiß, hat in der IT, und schon gar nicht als Leiter nichts zu suchen. Denn über diese Ports kommen nicht nur Sachen rein, die man nicht haben will. Nein, vielleicht sollte man das dem Herrn Harpf mal sagen, dass man über diese USB's auch Daten klauen kann.
3. Was legt dieser Herr Harpf denn als Durchschnitt an, wenn er behauptet weit über dem Durchschnitt geschützt zu sein?

Flosip
13.01.2009 17:25

Ich sags eh immer: Besser als eine Impfung ist eine Immunisierung....

Shotman
13.01.2009 16:36

und was machen die dann wenn sie die elektronische krankenakte eingeführt haben auf die alle ja so scharf sind und sowas wieder vorkommt?

Grünwähler
13.01.2009 10:48
Selber schuld

Wenn die Typen Windows einsetzen...

Orkus
 
14.01.2009 09:29

Kein Problem, wenn man sich auskennt und die Geräte richtig konfiguriert macht es keinen Unterschied welches OS, Win/Linux/OSX/Unix... usw. kann man alle so konfigurieren das quasi Einbruchsicher sind.

Den Test gab es vor ein paar Jahren, Windows Server vs. Linux vs. Unix Server, hingen im Netz und sollten gehackt werden, nach einer Woche warens noch immer nicht eingenommen ;)

Krawuzikapuzi_
13.01.2009 18:25
Das Problem ist

dass die einzig praktisch einsetzbare Software die in Spitälern benötigt wird(Patientendatenmanagement.....) von Agfa kommt und die setzt auf Windows auf.
Außerdem das übliche Dilemma mit der Office-Software: Jeder "Teschek" hat bereits die ECDL ist aber nicht fähig, mit anderer Software umzugehen.

Def. Izit
13.01.2009 12:14
Nicht der Virus, sondern die offenen USB-Ports

sind das Problem.

Bei einem Sicherheits-Audit wäre das schon längst aufgefallen. Also regelmäßige Audits von externen Fachleuten - die übernehmen auch die Verantwortung für die Sicherheit.

Rj01
13.01.2009 00:27
Updates in großen netzen schwierig BITTE?? schwachsinn

http://technet.microsoft.com/de-de/wsu... fault.aspx

Hauts den It chef raus und nehmts a externe firma die Ahnung hat!

Verbatim
13.01.2009 11:00

... das machen eh alles externe, die vom land selbst sind ja nur "chef" ... wenn was ist ist das erste der Griff zum Telefon und dann wird "deligiert" ;-)

Better Living Through Chemistry (+_°)
12.01.2009 22:57

Kann mir jemand sagen, ob der Wurm vom Programmierer oder von den Antivirenherstellern benannt wurde - und was er, IT-mäßig gesehen, bedeutet? *g*

Satan Claus
13.01.2009 01:27
Wollen sie jetzt "Gratis Porn Megageil 6.6" downloaden und installieren?

Killbill2
12.01.2009 22:35
Verachte nie einen kleinen Wurm, nur ...

... weil er keine Hörner hat, denn vielleicht wird aus ihm einst ein feuerspeiender Drache, so wie aus einem einzigen trojanischen Pferd ein globaler Systemabsturz werden kann ...

[frei nach den Rebellen vom Liang Shang Po]

molekühl
12.01.2009 22:14

Hier im Forum scheint es noch immer viele zu geben, die glauben, dass fleissig patchen und irgendein Virenscanner einen 100%igen Schutz gewährleisten.

Flosip
13.01.2009 17:26

Ja...wenn der Virenscanner sagt, ich hab nichts, dann habs ich auch nicht!
Was ich nicht seh, kann mir ja schließlich nicht schaden ;))

deinetwegen
12.01.2009 22:06

merkwürdig die ganze angelegenheit

Graf Drakul
12.01.2009 19:40
Edward NORTON
12.01.2009 18:38
"weit über dem Durchschnitt"

sehr diplomatisch, entweder hat man alle notwendigen Vorkehrungen getroffen oder eben nicht.

hier hätte gereicht, den patch rechtzeitig einzuspielen; autoplay von laufwerken deaktivieren, die policy für USB sticks in der registry scharfzumachen und ein Rechtemanagement welches es dem Anwender nicht erlaubt dies wieder zu ändern.

Selbst wenn endpointsecurity installiert war, sieht man daran, wie wenig man sich darauf alleine verlassen kann. Wer wie Möglichkeiten die auch Windows bietet nicht ausschöpft, brauch sich über einen GAU wie diesen nicht wundern, daran ist nicht Microsoft schuld sondern schlecht geschultes zuständiges Personal.

Die freie Meinungsäusserung, die wir meinen II
12.01.2009 18:36
viel Blah blah...

... aber im Wesentlichen faule Ausreden.

ein "exzellent geschriebener Wurm", haha, da werden sich die Programmierer freuen über dieses sicherlich ganz uneigennützig ausgesprochene Lob der Kärntner 'Admins'.

Bettina K.
13.01.2009 12:31

im Text steht aber, dass dies keiner der Kärntner Admins gesagt hat, sondern Hr. Pichlmayer von Ikarus, der offensichtlich in Ö immer von der APA kontaktiert wird, sobald was mit Viren in den Medien auftaucht.
man beachte, der Großteil des Artikels handelt von den Aussagen von Ikarus...

gogo gandalf
13.01.2009 22:21
ach so

der ikarus-fuzzi kommt immer wieder vor, drum muss er sich auskennen. das ist wie mit dem lugner, der ist auch immer in den medien...

m g
12.01.2009 16:56
Vielleicht geht sichs bis zum nächsten Virus aus

die Löhne des Spitalpersonals auszuzahlen. Oder man gliedert die in das Barauszahlungssystem (Müttergeld, Teuerungshunderter) der Orangen ein.

Milieubedingter-Hojac oder besser Saualm-Haider?
13.01.2009 18:32

Genau, auch diese sollten die "Großzügkeit" dieser Leute spüren.

porco rosso
 
12.01.2009 16:56
jetzt brauchen wir nur noch einen für die bundesregierung

gfreits denn niemand ?

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