Weniger Erkrankungen in Österreich

12. Jänner 2009, 10:28
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Halbierung der Spitalsaufnahmen innerhalb eines Jahres

Wien - Durch die seit 2007 durchgeführte Immunisierung der Säuglinge gegen Rotavirus-Infektionen werden Tausende Erkrankungen verhindert und die Kinderabteilungen der Krankenhäuser massiv entlastet. Weltweit rechnet man mit jährlich 111 Millionen Rotavirus-Erkrankungen bei Kindern bis zu fünf Jahren, in Europa sind es 2,8 Mio.

"Die Impfung gegen das Rotavirus hat im ersten Jahr zu einer Halbierung der Spitalsaufnahmen infolge von schweren Infektionen gesorgt. Das geht aus unserer ersten Berechnung aufgrund der hochgerechneten Zahlen für 2007/2008 hervor", erklärte Herwig Kollaritsch vom Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der MedUni Wien.

Hohe Kostenersparnis

Michael Kundi vom Institut für Umwelthygiene der MedUni Wien hat Kosten und Nutzen der Rotavirus-Impfung berechnet: Während bei einem Krankenhausaufenthalt mit Kosten zwischen 1.500 und 2.400 Euro zu rechnen ist, sind es bei einem Ambulanzbesuch maximal 200 Euro. Jährlich werden in Österreich an die 5.000 Kinder mit schweren Rotavirus-Darminfektionen im Spital aufgenommen.

Während schlechte Versorgung in den Entwicklungsländern für den Großteil der weltweit rund 440.000 Todesfälle verantwortlich ist, beträgt die Mortalitätsrate in Österreich bei geschätzten jährlichen 44.900 Infektionen 1:54.000. In den westlichen Industriestaaten sterben Kinder nur in den seltensten Fällen an solchen Erkrankungen. Doch traumatisch ist ein Spitalsaufenthalt für jedes Kind, für die Eltern - und teuer für die Krankenhauserhalter.

Schluckimpfung ab der sechsten Lebenswoche

Die Schluckimpfung kann ab der sechsten Lebenswoche verabreicht werden. Das geimpfte Kind ist zu 70 bis 80 Prozent vor einer Infektion geschützt, zu 95 Prozent vor schweren Verläufen. Seit Einführung der Gratisimpfung stieg die Durchimpfungsrate in einem Jahrgang auf 70 Prozent.

Der Impfausschuss des Obersten Sanitätsrates plädiert auch für eine Kostenübernahme der Pneumokokken-Impfung für Babys, sowie der HPV-Impfung (Gebärmutterhalskrebs). (APA)

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    Die Rotavirusinfektion stellt für Kinder eine große Belastung dar. In Entwicklungsländern ist sie für zahlreiche Todesfälle verantwortlich.

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