Wieder zwei Tote in den Bergen

11. Jänner 2009, 20:32
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13-Jähriger überlebte Kollision nicht, unerfahrene Urlauberin stürzte bei Wanderung in die Tiefe - Helmpflicht soll Zahl der Wintersportopfer in OÖ senken

Der Wintersport bleibt ein Fall für die Polizei. Meldung um Meldung über Unfälle in Österreichs Bergen mussten die Beamte am Wochenende schreiben. Zwei Zwischenfälle endeten tödlich: Ein 13-jähriger Bub starb in Kärnten nach einer Kollision auf der Piste, in Salzburg stürzte eine deutsche Touristin bei einer Schneeschuhwanderung rund 100 Meter ab. Bei mehreren Skiunfällen begingen die Verursacher Fahrerflucht.

Warum am Samstag zwei 13-Jährige Slowenen auf der Strohsackabfahrt in Bad Kleinkirchheim zusammenstießen, ist noch unklar. Zu dem Zusammenprall kam es auf einem steil abfallenden Streckenteil. Der eine Teenager starb noch auf der Piste, der andere wurde mit schweren Verletzungen an Hals, Schulter und Fuß vom Notarzthubschrauber in das Krankenhaus Villach geflogen. "Er wird erst am Montag befragt werden, ob er sich aber überhaupt an etwas erinnern kann, wissen wir noch nicht", meinte ein Beamter der Polizeiinspektion Bad Kleinkirchheim am Sonntag zum STANDARD.

Einen Skihelm trug keiner der beiden. Was in Oberösterreich künftig illegal sein soll, geht es nach den Vorstellungen von Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP). Er plädierte in der Sonntagsrundschau für eine Skihelmpflicht bis 14 auf den Pisten im Land ob der Enns. Dafür soll ein kostenloser Helmverleih eingerichtet werden. Die Grünen reagierten positiv, die SPÖ dagegen skeptisch und will Gutachten.

Kein Fremdverschulden

Leichtsinn und Unerfahrenheit, aber kein Fremdverschulden, waren in Salzburg wohl die Ursache für den tödlichen Absturz der 47-jährigen Deutschen. Die Frau war Samstagmorgen mit 18 anderen zu einer Wanderung in St. Gilgen aufgebrochen - ohne Erfahrung und ohne Führer. Eineinhalb Stunden nach dem Start setzte sich ein Trio von der Gruppe ab und stapfte durch den Wald. Auf dem vereisten Untergrund rutschte die Urlauberin aus und stürzte in dem steilen Gelände ab. Ihre Schneeschuhe hielt sie in der Hand. (Michael Möseneder/DER STANDARD-Printausgabe, 12.1.2009)

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    Selbst der Anwalt des thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus gesteht ein, dass sein Mandant am Unglückstag "ein Stück bergauf" gefahren sei - und damit der getöteten Slowakin entgegenkam.

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