Kritik an geplanter Anhebung der Bezüge für Aufsichtsräte

11. Jänner 2009, 13:37
3 Postings

Gegenantrag von Belegschaftsaktionären für Hauptversammlung am 27. Jänner: "Insensibilität und Maßlosigkeit" angesichts der Wirtschaftskrise

Frankfurt/Main - Siemens-Aktionäre wollen die geplante Erhöhung der Bezüge für Aufsichtsratsmitglieder verhindern. Das vorgesehene Plus von bis zu 160 Prozent für Aufsichtsratschef Gerhard Cromme sei nicht vertretbar, heißt es in einem Antrag des Vereins von Belegschaftsaktionären für die Hauptversammlung am 27. Jänner. Dem "Spiegel" zufolge vertritt der Verein mehrere tausend Aktionäre.

Die Belegschaftsaktionäre erklärten, die Neuregelung bedeute für Cromme ein Plus von 157 Prozent auf 796.000 Euro. Ein Siemens-Sprecher bezeichnete die Zahlen als aus der Luft gegriffen. Dem neuen Modell zufolge solle der Geschäftserfolg des Konzerns in die Vergütung einfließen. Deshalb gebe es noch keine Grundlage, die Bezüge für 2009 errechnen zu können, sagte der Sprecher am Wochenende.

"Insensibilität und Maßlosigkeit"

Im Antrag für die Hauptversammlung wird unter anderem vorgeschlagen, dass der Aufsichtsratsvorsitzende dreimal so viel Geld erhalten soll wie ein normales Mitglied des Kontrollgremiums. Nach einem früheren Bericht der "Süddeutschen Zeitung" war es bisher das Doppelte.

Die Belegschaftsaktionäre erklärten, auch die Steigerungen bei normalen Aufsichtsräten würden beträchtlich ausfallen. "Dass eine derartig massive Anhebung angesichts einer weltweiten Finanz- und Konjunkturkrise überhaupt beantragt wird, wo viele Bürger und Arbeitnehmer sich auf harte Zeiten einstellen müssen, zeigt (...) ein erstaunliches Maß von Insensibilität und Maßlosigkeit."

Siemens begründet die Anhebung in der Einladung zur Hauptversammlung: "Die Anforderungen an Aufsichtsratsmitglieder und die Arbeitsbelastung, insbesondere für den Vorsitzenden (...) sind beständig gestiegen. Dies soll bei der Vergütung entsprechend berücksichtigt werden." Cromme, der entscheidend an der juristischen Beilegung der Korruptionsaffäre mitgearbeitet hat, hat nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" von Anfang Dezember um eine Gehaltserhöhung gebeten. (APA/AP)

 

Share if you care.