Greenpeace kürt grünste Elektronikgeräte

10. Jänner 2009, 15:36
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Lenovo gewinnt Umweltranking - Apple und Microsoft verzichten

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace  hat auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas ihren Jahresbericht zur grünen Elektronik vorgestellt. Anders als beim vierteljährlich veröffentlichten "Leitfaden zur grünen Elektronik" können Unternehmen beim Jahresbericht auf freiwilliger Basis ihre "grünsten" Produkte evaluieren lassen.

Lenovo, Nokia und Samsung

Als umweltfreundlichstes Elektronikgerät wurde der Computermonitor L2440x von Lenovo ausgezeichnet. In der Kategorie Smartphones/PDA wurde Nokia mit seinem 6210 Navigator zum eindeutigen Sieger gekürt, Samsung holte mit dem F268 den Titel für das grünste Handy ab.

Kein Interesse von Apple und Microsoft

Apple, das sich erst vor wenigen Tagen auf der Macworld mit seiner umweltfreundlichen Notebookreihe rühmte, lehnte eine Teilnahme an der Studie ebenso ab wie Microsoft, Nintendo, Asus und Philips. "Generell hat die Elektronik-Industrie im vergangenen Jahr Fortschritte in punkto Umweltfreundlichkeit gemacht. Gleichzeitig muss man aber auch sehen, dass die vielzitierte grüne Elektronik bei vielen Unternehmen und Produktkategorien immer noch reine Fiktion ist", erklärt Casey Harrell von Greenpeace International bei der Präsentation in Las Vegas. Jetzt gelte es, die erzielten Fortschritte in Teilbereichen wie dem Verzicht auf giftige Chemikalien, der Verlängerung des Lebenszyklus, Recycling-Methoden und einer besseren Energie-Effizienz flächendeckend umzusetzen. Gleichzeitig müssten Hersteller ihre grünen Produkte im Portfolio weitaus besser sichtbar machen und so das allgemeine Bewusstsein stärken, forderte Harell.

"Grünem Marketing" nicht trauen

Von aufwendigen Marketingkampagnen allein, die das grüne Image eines Unternehmens in Szene setzen, lassen sich die Greenpeace-Experten allerdings ebenfalls nicht beeindrucken. Das veranschaulicht das Beispiel Apple: "Dass Apple das Thema so stark aufgegriffen hat und einige Schritte hin zu grüneren Geräten gemacht hat, ist sehr positiv. Leider lässt sich das Unternehmen beim Thema Umweltschutz in Wahrheit aber weiterhin kaum in die Karten schauen und agiert intransparent", kritisiert Greenpeace-Campaigner Martin Hojsik im Gespräch mit pressetext in Las Vegas. Apple wurde vor rund zwei Jahren zur Zielscheibe von Greenpeace, das die Verwendung von giftigen Chemikalien in der Macbook-Produktion kritisierte und eine eigene Apple-Kampagne startete. Apple reagierte prompt, verbannte einige der umstrittenen Materialien aus seiner Produktion und verkaufte fortan seine Geräte als grün.

KonsumentInnen erzeugen Druck

"Dass unsere Kampagne so ein Erfolg wurde, hat damit zu tun, dass die Apple-KonsumentInnen Druck auf das Unternehmen ausübten und grünere Produkte forderten. Für Apple heißt es jetzt, den eingeschlagenen Weg fortzuführen", so Hojsik. Generell wünschen sich die Umweltexperten, dass das Thema der Gerätezurücknahme von den Unternehmen stärker aufgegriffen wird. Auch bei der Eindämmung des Energieverbrauchs und bei der Verlängerung der Produkte-Lebensdauer sei noch großes Potenzial vorhanden. Der Trend zu LED-Bildschirmen, die quecksilberfrei und energieeffizient operieren, sei absolut begrüßenswert, so Greenpeace.(pte)

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