Webinhalte motzen das traditionelle Fernsehen auf

10. Jänner 2009, 12:10
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Samsung, Sony, LG und andere Hersteller bringen in den nächsten Monaten Fernseher mit einer "Widget Engine" auf den Markt

Neue TV-Geräte integrieren Online-Dienste Las Vegas - Es sind die Beziehungen, die im Leben zählen, und wenn man den Zenit seiner Tage überschritten hat, umgibt man sich gerne mit Jugend, um einen zweiten Frühling zu erleben. Unter den Bildschirmmedien ist traditionelles Fernsehen das älteste und das Web das jüngste, und so setzen in Las Vegas die Hersteller immer stärker darauf, dem guten alten TV eine Zellauffrischung mit Webinhalten zu verpassen.

YouTube, Flickr, Filmdownloads oder Wetteranzeigen und News

Die meisten Angebote laufen darauf hinaus, Settop-Boxen direkt ins Fernsehen zu integrieren, um Angebote wie YouTube, Flickr, Filmdownloads oder Wetteranzeigen und News-Schlagzeilen auf den großen Bildschirm ins Wohnzimmer zu bringen. Intel und Yahoo haben sich bereits im Sommer 2008 zusammengetan, um über den "Widget Channel" (Online-Infohäppchen wie Wetter oder Schlagzeilen) Webcontent auf den Schirm zu bringen. Samsung, Sony, LG und andere Hersteller bringen in den nächsten Monaten Fernseher mit einer "Widget Engine" auf den Markt, um "Cinecmatic Internet" zu ermöglichen.

"Vieracast"

Panasonic stellte bei der CES (Consumer Electronics Show) seine Viera- TV-Geräte mit einem eigenen "Vieracast" vor: Dabei übernimmt Panasonic selbst die Ausstrahlung (technisch gesehen wie jede Internet- Transaktion ein individueller Empfang von Inhalten) von Webangeboten wie Amazon Video, YouTube, Google Picasa und andere Videosites. Diese Inhalte werden über eigene Panasonic-Server an den Zuschauer geleitet - damit wird die nahtlose Integration ins TV erleichtert., auch System-Upgrades können künftig leichter vorgenommen werden. Standards fehlen noch Andere Hersteller setzen in den USA vermehrt darauf, den Online-Filmdienst Netflix direkt ins Fernsehgerät zu integrieren.

Windows Media Player

Über Netflix, das derzeit über eine Zusatzbox funktioniert, können Filme oder TV-Serien individuell bestellt werden. Auch andere Anbieter wollen diese Rolle übernehmen: Microsoft bietet mit dem Windows Media Player sowohl den PC als Brücke des TV-Geräts ins Web an, als auch seine Spielekonsole Xbox samt dem dazugehörigen Online-Service. Apple TV ist eine der derzeit umfassendsten Möglichkeiten, um den Fernseher "aufzubohren": Mit Online-Angeboten wie YouTube oder Flickr, dem wachsenden (gebührenpflichtigen) Film- und TV-Angebot aus Apples iTunes Store, sowie Musik, Fotos und Videos vom eigenen PC oder Mac.

Die Welt wird bunter

Die Welt am Bildschirm wird damit noch bunter - was fehlt, sind jedoch auch nur ansatzweise Standards für diese Entwicklung. Urheberrechte verkomplizieren dieses Angebot zusätzlich: Während es in den USA bereits ein breites Angebot an Filmen zum Download gibt, bleibt Europa eine Entwicklungsregion.(spu/DER STANDARD, Printausgabe vom 10.1.2009) YouTube für den Fernseher: Panasonics Vieracast.

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