An Grange und Kostelic führt derzeit kein Weg vorbei

10. Jänner 2009, 10:46
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Franzose und Kroate dominieren mit Selbstvertrauen und Lockerheit im Slalom - Raich gelassen: "Habe genug Selbstvertrauen"

Adelboden - Jean-Baptiste Grange und Ivica Kostelic scheinen derzeit die Slalom-Hänge des alpinen Ski-Weltcups sicher im Griff zu haben. Der Franzose und der Kroate dominieren den Slalom-Weltcup, Grange führt nach drei Rennen und den eindrucksvollen Platzierungen 1, 2 und 1 mit 280 Punkten vor Kostelic, der nach den Rängen 5, 1 und 2 225 Zähler aufweist. Der drittplatzierte Tiroler Benjamin Raich hat vor dem Rennen am Sonntag in Adelboden (10.15/13.15 Uhr) bereits 180 Punkte Rückstand auf Grange.

"Grange und Kostelic haben derzeit dieses Selbstvertrauen, diese Lockerheit und diese Selbstverständlichkeit. Wenn man so eine Form hat, dann ist man praktisch vor jedem Fehler und Ausfall gefeit. Genau das fehlt uns aktuell leider ein wenig", meinte ÖSV-Technik-Cheftrainer Christian Höflehner zu den beiden bisherigen Saisondominatoren.

ÖSV-Herren-Boss Toni Giger ist sich aber dennoch sicher: "Unsere Läufer können da schon ein Wörtchen mitreden." Und auch Raich sieht sich von Grange und Kostelic nicht weit entfernt. "Wenn man einen Lauf hat, macht einen das natürlich stärker. Aber auch ich habe genug Selbstvertrauen." Der Tiroler hatte vergangenen Dienstag beim Zagreb-Slalom Pech mit dem Nebel gehabt, war jedoch mit Bestzeit im zweiten Lauf noch vom 28. auf den sechsten Platz gerast.

Aus ÖSV-Sicht ist der Slalom die einzige der fünf Disziplinen, in der man noch ohne Saisonerfolg dasteht. Bis zur WM bieten sich jedoch noch jede Menge Möglichkeiten, im Super-Slalom-Monat Jänner warten nach Zagreb noch die Rennen in Adelboden, Wengen, Kitzbühel und Schladming, am 1. Februar wird in Garmisch-Partenkirchen gefahren.

Grange hat es zur Überraschung fast aller Beteiligten sogar geschafft, als Leader im Gesamt-Weltcup nach Adelboden zu reisen. "Für den Gesamt-Weltcup habe ich ihn, ganz ehrlich gesagt, nicht auf der Rechnung gehabt", gestand auch Raich, der dem Franzosen aber mittlerweile auch im Kampf um die Große Kristallkugel alles zutraut. "Wenn er im Slalom so konstant weiterfährt, dann wird er sicher noch viele Punkte sammeln." Über die großen Stärken von Grange im Slalom meinte Raich: "Das gute Timing und die guten Bewegungen."

Grange hatte nach seinem Sieg in Zagreb mit gröberen Verdauungsproblemen zu kämpfen gehabt, meldete sich aber rechtzeitig fit für Adelboden. "Ich glaube, es war eine kleine Lebensmittelvergiftung. Andere Leute waren auch betroffen. Aber es ist wieder alles in Ordnung."

Kostelic sieht leichte Vorteile für seinen großen Rivalen Grange. "Im Moment schaut es nach einem Duell zwischen uns beiden aus. Aber es ist extrem schwer, mit ihm mitzuhalten. Er ist sehr schwer zu schlagen." Der Salzburger Reinfried Herbst hofft, dass ihm ab sofort das Glück zur Seite steht und die ersten absoluten Top-Ergebnisse des Weltcup-Winters beschert. "Ich weiß, was ich draufhabe, ich kann jederzeit aufs Podium fahren. Jetzt muss ich die Rakete schön langsam starten, denn jetzt geht es im Slalom Schlag auf Schlag." (APA)

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