Mosley: "Erfolg durch intellektuelle Fähigkeiten"

9. Jänner 2009, 20:18
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FIA-Chef fordert das gleiche Geld für alle Rennställe

London - Max Mosley spricht sich quasi für den Sozialismus im teuersten Zirkus der Welt aus. Die Parole des Präsidenten des Automobil-Weltverbandes FIA lautet: "Gleiches Geld für alle. Die Idee, dass jedes Team gleich viel Geld zur Verfügung hat, womit der Erfolg durch intellektuelle Fähigkeiten errungen werden muss, hat einen großen Reiz. Das wäre ein faires System", erklärte der Engländer in einem Schreiben an die Formel-1-Teamvereinigung Fota.

Mosley will den Kampf um eine Kostensenkung intensivieren. Die Fota unter Vorsitz von Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo lieferte Vorschläge: "Die Teams haben eine Vereinbarung über weitreichende Beschränkungen der Aerodynamik-Tests unterzeichnet, welche schon 2009 greifen", hieß es in einer Fota-Mitteilung. "Weiterhin haben die Teams der Entwicklung und Einfrierung von kostengünstigen Getrieben für die Saisonen 2010 bis 2012 zugestimmt. Diese Bauteile sollen eine Laufzeit von sechs Rennen haben, der Preis soll bei 1,5 Millionen Euro pro Jahr pro Team liegen." Ab 2010 soll zudem ein Motor angeboten werden, der den unabhängigen Teams für fünf Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung steht.

Erst suchen, dann sparen

"Die technische Arbeitsgruppe der Fota wird nun über die Verbannung teurer Materialien entscheiden und weitere Einsparungsmöglichkeiten bei Bauteilen und Systemen suchen, die keinerlei Leistungsunterschied bringen", hieß es weiter. Alle Entscheidungen beim Meeting am Flughafen Heathrow in London sollen einstimmig gefällt worden sein.

Mitte Dezember war das größte Sparpaket in der Geschichte der Formel 1 beschlossen worden. Für die großen Rennställe wie BMW und Mercedes bedeutet das in diesem Jahr Einsparungen von rund 30 Prozent gegenüber 2008. Motoren müssen künftig drei Rennwochenenden gegenüber bislang zwei halten. Ihre Drehzahl wird zur Schonung auf 18.000 Umdrehungen heruntergeschraubt. Die Anzahl der Motoren pro Fahrer wird pro Saison auf acht beschränkt, hinzu kommen pro Team insgesamt vier für das Training. Zudem sind ab 2009 Testfahrten nur noch an GP-Wochenenden erlaubt. Die kostenintensive Nutzung von Windkanälen ist gesenkt worden, ebenso die Anzahl der Teammitglieder an der Rennstrecke.

"Unter den aktuellen Umständen wäre es verrückt zu glauben, dass alles so weitergehen kann wie bisher", so Mosley. "Die Kosten müssen so stark heruntergefahren werden, dass unabhängige Teams vom Geld des Formel-1-Managements FOM von Bernie Ecclestone und moderaten Sponsorgeldern leben können. Nur so kann die Formel 1 überleben." (sid, red, DER STANDARD Printausgabe 10.01.2009)

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