Fischer Boel will Agrargelder einsetzen

9. Jänner 2009, 19:48
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Niedriger Milchpreis gefährdet Kleinbauern

Eisenstadt - Die derzeitige Gaskrise zeige, dass die Ziele der EU, bis 2020 ein Füntel des Energiebedarfs aus regenerativen Energieformen zu decken, richtig sei, sagte EU-Kommissarin Mariann Fischer Boel bei einem Kurzbesuch in Eisenstadt. Spätestens mit dem nächsten EU-Haushalt ab 2013 sollen Agrarmittel in die Forschung und Entwicklung von Agrarsprit der 2. Generation fließen, erklärte sie. Bei der 2. Generation werden nicht die Früchte einer Pflanze verwendet, sondern Reststoffe wie Wurzeln, Stiele oder aber minderwertiges Holz.

Die derzeit durchgeführten Beimischungen von Bioethanol aus Zuckerrübe, Getreide oder Mais zu normalem Biosprit seien nur ein erster Schritt, erklärte sie. Es habe sich jedoch gezeigt, dass der Preisanstieg im vergangenen Sommer bei Grundnahrungsmitteln wie Getreide und Mais nicht durch den weltweit forcierten Einsatz von Biosprit der 1. Generation verursacht worden ist: "Das war eine ganz normale Spekulationsblase. Sonst wäre der Preisanstieg im Herbst nicht wieder abgeklungen."

Ein Problem sieht Agrarminister Nikolaus Berlakovich beim Milchpreis. Dieser ist weiterhin im Sinken begriffen, sodass es "heuer für die Milchbauern schwierig wird" . Das erst kürzlich ausverhandelte "Milchpaket" für Bauern in benachteiligten Gebieten wird erst ab 2010 wirksam.

Fischer Boel, der von dänischen Medien immer wieder politisches Talent bescheinigt wird - weshalb sie auch in ihrer Heimat Polit-Karriere machen könnte -, hat sich noch nicht entschieden, ob sie für eine zweite Kandidatur für das EU-Agrarkommissariat bereitstehen will. Bekanntlich werden die 27 Kommissare im November neu bestellt. (ruz, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10./11.1.2009)

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