Semperit spürt Rezession

9. Jänner 2009, 19:37
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Wegen schlechterer Auftragslage wackeln in Wimpassing 120 Arbeitsplätze

Wimpassing/Wien - In die länger werdende Reihe an Unternehmen, die Arbeitsplätze streichen, reiht sich nun der Gummihersteller Semperit Holding ein. "Ja, es stimmt, wir haben unsere Produktionskapazität der rückläufigen Nachfrage angepasst" , bestätigte ein Semperit-Sprecher STANDARD-Informationen, wonach bereits im Dezember dutzende Kündigungen ausgesprochen wurden. Ob es 50 waren, wie das regionale Bezirksblatt schreibt, bestätigte man nicht. Die Aufragslage habe sich im November und Dezember deutlich verschlechtert, klassische konjunkturabhängige Branchen hätten ihre zum Teil hohen Lagerbestände abgebaut, heißt es. Der Auftragseingang gehe spürbar zurück, darauf müsse man reagieren.

Am stärksten betroffen ist demnach die Sparte Semperflex, also Hydraulik- und Industrieschläuche sowie Elastomerplatten, mit 27 Prozent oder 162 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2007 der zweitgrößte Geschäftsbereich. Der Einbruch im Auftragseingang hatte sich bereits in den Neunmonatszahlen des in 18 Fabriken auf drei Kontinenten produzierenden Spezialprodukteherstellers niedergeschlagen. In der Division Semperflex hatte sich wohl der Umsatz um 6,4 Prozent auf 129,4 Millionen Euro erhöht, das Ergebnis war gegenüber dem Vorjahr aber um 13,3 Prozent auf 13,9 Mio. Euro eingebrochen.

Semperit Holding, die mit den einst an Continental verkauften Semperit-Reifen nichts zu tun hat, erwirtschaftet 94 Prozent des Konzernumsatzes im Ausland,wichtigste Produktionsstätte im Inland ist Wimpassing im niederösterreichischen Industrieviertel.

Vom Bezirksblatt unter Berufung auf Angaben von Betriebsratsmitgliedern veröffentlichte Zahlen, wonach Semperit heuer 20 Prozent der weltweit rund 4000 Beschäftigten abbauen will, bestätigte man bei Semperit unter Hinweis auf die Bilanzerstellung ebenso wenig wie die Befürchtung, dass allein in Wimpassing 120 bis 160 weitere Arbeitsplätze wackeln. Für die strukturschwache Region wäre das ein harter Schlag. (ung, uwo, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10./11.1.2009)

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